Aussprache, Alphabet und Rechtschreibung
«النطق والأبجدية والإملاء»: يتعلّم التلميذ أسماء الحروف الألمانية وتهجئة الكلمات، ونطق الحروف الصوتية والساكنة مع مقاربات من الأصوات العربية والفرنسية، ونبر الكلمة ونغمة الجملة، ثم قواعد الإملاء الأساسية: الحروف الكبيرة، وss أو ß، والفاصلة.
يتكوّن الدرس من 5 أجزاء: 1. Das Alphabet und das Buchstabieren، 2. Die Vokale: lang und kurz, Umlaute und Diphthonge، 3. Die Konsonanten: ch, sch, sp, st, z, w, v, j, ß und mehr، 4. Wortakzent und Satzmelodie، 5. Rechtschreibung: Großschreibung, ss oder ß, Umlaute und Komma.
1. Das Alphabet und das Buchstabieren
Das deutsche Alphabet
Das deutsche Alphabet hat 26 Buchstaben, genau wie das französische und das englische Alphabet. Dazu kommen drei Umlaute (ä, ö, ü) und das ß, das man «Eszett» oder «scharfes S» nennt. Die Buchstaben sehen also bekannt aus, aber ihre Namen klingen oft anders als im Französischen. Diese Namen braucht man, wenn man ein Wort buchstabiert: am Telefon, bei einer Anmeldung, im Unterricht und bei vielen Abkürzungen.
In der Tabelle steht der Name jedes Buchstabens so, wie man ihn ausspricht. Die Namen der Vokale a, e, i, o, u spricht man immer lang.
| Buchstabe | Name (Aussprache) | Beispielwort | |---|---|---| | A a | a | der Apfel | | B b | be | das Buch | | C c | tse | der Computer | | D d | de | das Dorf | | E e | e | die Erde | | F f | ef | die Familie | | G g | ge (mit hartem g) | der Garten | | H h | ha | das Haus | | I i | i | die Idee | | J j | jot | das Jahr | | K k | ka | das Kind | | L l | el | die Lampe | | M m | em | die Mutter | | N n | en | die Nacht | | O o | o | der Onkel | | P p | pe | die Post | | Q q | ku | die Quelle | | R r | er | das Radio | | S s | es | die Sonne | | T t | te | der Tag | | U u | u | die Uhr | | V v | fau | der Vogel | | W w | we | das Wasser | | X x | iks | das Taxi | | Y y | üpsilon (geschrieben: Ypsilon) | die Physik | | Z z | tset | die Zeit | | Ä ä | ä (a-Umlaut) | das Mädchen | | Ö ö | ö (o-Umlaut) | Österreich | | Ü ü | ü (u-Umlaut) | die Übung | | ß | es-tset (scharfes S) | die Straße |
Das c steht in deutschen Wörtern fast nur in den Verbindungen ch, ck und sch. Allein findet man es vor allem in Fremdwörtern wie *Computer* oder *Café*.
Achtung: Diese Namen verwechseln Schüler oft
Wer Französisch kann, liest die Buchstaben schnell «auf Französisch». Im Deutschen gilt:
- **e** heißt «e» wie in *See*, nicht wie das französische e.
- **g** heißt «ge» mit hartem g wie in *gut*, nicht «gé» wie im Französischen.
- **h** heißt «ha», nicht «asch».
- **j** heißt «jot», nicht «ji».
- **q** heißt «ku», und **u** heißt «u» wie in *gut*.
- **v** heißt «fau», **w** heißt «we».
- **y** heißt «üpsilon», **z** heißt «tset».
Buchstabieren: Wie schreibt man das?
Diese Fragen und Antworten hört man sehr oft:
- *Wie schreibt man das?*
- *Können Sie das bitte buchstabieren?*
- *Wie schreibt man Ihren Familiennamen?*
- *Mit zwei «l» oder mit einem?*
- *Schreibt man das groß oder klein?*
Ein Beispiel im Sekretariat einer Sprachschule:
- **Sekretärin:** Guten Tag! Wie ist Ihr Name, bitte?
- **Schülerin:** Ich heiße Amina Haddad.
- **Sekretärin:** Können Sie Ihren Familiennamen bitte buchstabieren?
- **Schülerin:** Ja, gern: ha – a – de – de – a – de.
- **Sekretärin:** Also mit zwei «d» in der Mitte?
- **Schülerin:** Genau. Und ich wohne in Tlemcen: te – el – e – em – tse – e – en.
- **Sekretärin:** Vielen Dank!
Bei einem Umlaut sagt man den Laut selbst oder «a-Umlaut», «o-Umlaut», «u-Umlaut»: *Müller* buchstabiert man em – ü – el – el – e – er. Beim ß sagt man «es-tset» oder «scharfes S».
Am Telefon helfen Wörter, damit man die Buchstaben nicht verwechselt: *A wie Anton, B wie Berta, D wie Dora …*
Abkürzungen
Viele Abkürzungen spricht man Buchstabe für Buchstabe. Der Akzent liegt dann auf dem letzten Buchstaben:
- **VW** (Volkswagen): fau-**we**
- **EU** (Europäische Union): e-**u**
- **ZDF** (Zweites Deutsches Fernsehen): tset-de-**ef**
- **LKW** (Lastkraftwagen): el-ka-**we**
- **USA** (die Vereinigten Staaten): u-es-**a**
Andere Abkürzungen liest man wie ein normales Wort: *die NATO, die UNESCO*.
2. Die Vokale: lang und kurz, Umlaute und Diphthonge
Lange und kurze Vokale
Jeder deutsche Vokal (a, e, i, o, u, ä, ö, ü) kann lang oder kurz sein. Das ist kein Detail: Die Länge kann die Bedeutung eines Wortes ändern. Sprechen Sie diese Paare laut:
| Langer Vokal | Kurzer Vokal | |---|---| | der Staat (das Land) | die Stadt (zum Beispiel Oran) | | die Miete (Geld für die Wohnung) | die Mitte (das Zentrum) | | der Ofen | offen (nicht geschlossen) | | den (Artikel) | denn (Konjunktion) | | ihn (Pronomen) | in (Präposition) | | die Hüte (Plural von «Hut») | die Hütte (ein kleines Haus) | | bieten | bitten |
Ein Vokal ist meistens lang, …
- wenn er **doppelt** geschrieben ist: *Meer, Tee, Boot, Haar, Zoo*;
- wenn nach ihm ein **stummes h** steht (das Dehnungs-h): *Sohn, fahren, Uhr, sehr, Zahl*;
- bei **ie**: *Liebe, vier, spielen, Brief, Papier*;
- am Ende einer Silbe oder vor nur **einem** Konsonanten: *Na-me, Ta-ge, Brot, gut, Tag*.
Ein Vokal ist meistens kurz, …
- vor einem **Doppelkonsonanten**: *Mutter, kommen, Bett, Wasser, alle*;
- vor **ck** oder **tz**: *Zucker, Glück, Katze, jetzt*;
- vor zwei oder mehr verschiedenen Konsonanten: *Kind, Hand, Fenster, Herbst*.
Achtung: Diese Regeln gelten nur «meistens». Wörter wie *Mond, Obst* oder *Buch* haben einen langen Vokal. Lernen Sie neue Wörter deshalb immer mit ihrer Aussprache.
Das schwache e
Ein e am Wortende spricht man immer, anders als im Französischen. Es ist ein kurzes, schwaches e: *Name, Schule, bitte, Klasse, Sonne*. Auch in den unbetonten Silben be-, ge-, -en und -el ist das e schwach: *besuchen, gesagt, machen, Apfel*.
Die Umlaute ä, ö, ü
| Umlaut | So spricht man ihn | Beispiele | |---|---|---| | ä | wie ein offenes e | kurz: *Äpfel, Männer, Hände*; lang: *Käse, spät, Mädchen* | | ö | Zunge wie bei «e», Lippen rund wie bei «o» | *schön, hören, Österreich, können, Wörter* | | ü | Zunge wie bei «i», Lippen rund wie bei «u» | *über, Tür, müde, fünf, Glück, Schüler* |
Tipp: Sagen Sie ein langes «iii» und machen Sie dann die Lippen ganz rund, ohne die Zunge zu bewegen: Sie hören ein «üüü». Mit «eee» und runden Lippen entsteht ein «ööö».
Ein Umlaut kann die Bedeutung ändern
| Ohne Umlaut | Mit Umlaut | |---|---| | *schon* (bereits) | *schön* (hübsch) | | die *Mutter* (Singular) | die *Mütter* (Plural) | | der *Bruder* (Singular) | die *Brüder* (Plural) | | *zahlen* (Geld geben) | *zählen* (eins, zwei, drei …) | | er *konnte* (Präteritum) | er *könnte* (Konjunktiv II) | | *drucken* (ein Buch) | *drücken* (auf einen Knopf) |
Schwierige Paare für arabischsprachige Lerner
Im Arabischen gibt es kein ü und kein ö. Viele Schüler sagen deshalb «i» statt «ü» und «e» statt «ö». Üben Sie diese Paare laut:
- ü oder i: *Tür – Tier, für – vier, Küste – Kiste, spülen – spielen*
- ö oder e: *lösen – lesen, können – kennen, Höfe – Hefe*
Die Diphthonge (Doppellaute)
| Schreibung | Aussprache | Beispiele | |---|---|---| | ei, ai | «ai» | *mein, zwei, Zeit, Arbeit, Mai, Kaiser* | | eu, äu | «oi» | *heute, neu, Freund, Deutschland, Häuser, Bäume* | | au | «au» | *Haus, Frau, auch, laufen, Baum* | | ie | langes i (kein Doppellaut!) | *die, wie, vier, Liebe, Brief* |
Merksatz: «ei» klingt wie «ai», «ie» klingt wie ein langes «i». Verwechseln Sie diese Wörter nicht: *Wien* (die Stadt) und *Wein* (das Getränk), *Lied* (man singt es) und *Leid* (der Schmerz), *Biene* und *Beine*.
Achtung: In *Museum* und *Ideen* bilden die Vokale keinen Doppellaut; man spricht sie getrennt: *Mu-se-um, I-de-en*.
3. Die Konsonanten: ch, sch, sp, st, z, w, v, j, ß und mehr
Der Laut «ch»: ach-Laut und ich-Laut
Die Buchstaben ch haben zwei Aussprachen. Welche man spricht, hängt vom Laut davor ab.
| ach-Laut (hinten im Hals) | ich-Laut (vorne am Gaumen) | |---|---| | nach a, o, u, au | nach e, i, ä, ö, ü, ei, eu, äu und nach l, n, r | | *Bach, machen, Nacht* | *ich, nicht, sprechen* | | *noch, Tochter, kochen* | *Milch, manchmal, durch* | | *Buch, suchen, Kuchen* | *Mädchen, Bücher, Küche* | | *auch, rauchen, brauchen* | *leicht, euch, Zeichen* |
Besonders deutlich hört man den Unterschied bei Singular und Plural: *Buch – Bücher, Nacht – Nächte, Tochter – Töchter*.
- So bildet man den **ich-Laut**: Sagen Sie «ja» ganz leise, ohne Stimme und mit viel Luft. Der Anfang klingt wie der ich-Laut. Achtung: «ich» klingt nicht wie «isch» und nicht wie «ach».
- Die Verkleinerungssilbe **-chen** hat immer den ich-Laut: *Mädchen, Brötchen, bisschen*. In *machen, Kuchen, kochen* gehört ch zum Stamm und steht nach a, u, o: Dort hört man den ach-Laut.
- **chs** spricht man «ks»: *sechs, wachsen, Fuchs*.
- Am Wortanfang: *Chef, Chance* wie «sch»; *Chor, Charakter* wie «k»; *China, Chemie* mit dem ich-Laut (in Süddeutschland und Österreich oft mit «k»).
sch, sp und st
- **sch** ist ein einziger Laut: *Schule, schön, Tisch, Englisch, waschen*.
- **sp** und **st** am Anfang eines Wortes oder eines Wortstammes spricht man «schp» und «scht»: *Sport, Sprache, spielen, Beispiel, Stadt, Straße, Student, verstehen, aufstehen*.
- In der Mitte oder am Ende eines Wortstammes spricht man sp und st so, wie man sie schreibt: *Wespe, Fenster, gestern, ist, erst, Kunst*.
s, ss und ß
- **s** vor einem Vokal (am Anfang eines Wortes oder einer Silbe) ist **stimmhaft**, man hört ein Summen: *Sonne, sehr, sieben, lesen, Reise*. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ist es oft stimmlos.
- **s** am Ende eines Wortes oder einer Silbe ist **stimmlos**: *das, Haus, Glas, Reis*.
- **ss** und **ß** sind immer stimmlos: *essen, Wasser, Klasse, Straße, groß, heißen*.
Vergleichen Sie: *Reis – Reise, Haus – Häuser, reisen* (fahren) *– reißen* (Papier in Stücke teilen).
z, w, v und j
| Schreibung | Aussprache | Beispiele | Achtung | |---|---|---|---| | z, tz | «ts» | *Zeit, zehn, Zug, Herz, Katze, jetzt* | nie wie das französische z | | -tion | «tsion» | *Information, Nation, Station* | das t klingt wie «ts» | | w | wie das französische v | *Wasser, wir, Wien, Wetter, Wort* | nie wie das englische w | | v | meistens wie f | *Vater, viel, vier, von, vor, verstehen* | in Fremdwörtern wie w: *Vase, Video, Klavier, November, Universität* | | j | wie am Anfang von «ja» | *Jahr, jung, jetzt, Januar* | in französischen Wörtern wie im Französischen: *Journalist* |
h, r und weitere Buchstaben
- **h** am Anfang einer Silbe hört man: *Haus, haben, Hunger, wohin*. Nach einem Vokal ist es **stumm** und macht den Vokal lang: *sehr, Uhr, gehen, fahren*.
- **r** am Anfang einer Silbe und nach einem Konsonanten spricht man hinten im Hals (Zäpfchen-r) oder mit der Zungenspitze gerollt; beides ist richtig: *rot, Reise, Brot, fragen*.
- **r** nach einem langen Vokal am Wortende klingt fast wie ein schwaches a: *der, mir, hier, Tür, Uhr*.
- **-er** am Wortende (unbetont) klingt wie ein kurzes, dunkles a: *Lehrer, Vater, Mutter, Wasser, aber, besser*. Man spricht es nicht «-ér» und rollt das r nicht stark.
- **-ig** am Wortende spricht man wie «ich»: *wichtig, König, zwanzig, ruhig, billig, Leipzig*. Kommt eine Endung dazu, hört man wieder ein g: *wichtige, Könige, ruhiger*. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz hört man oft «-ik».
- **ng** ist ein einziger Nasallaut, ohne g danach: *singen, lang, Zeitung, Hunger*.
- **pf** spricht man p und f zusammen: *Apfel, Pferd, Kopf*.
- **qu** spricht man k und w zusammen: *Quelle, Qualität, bequem*.
- **x** spricht man «ks»: *Text, Taxi*. **ph** spricht man f: *Physik, Philosophie*. **th** spricht man t: *Theater, Thema*.
b, d, g am Ende: die Auslautverhärtung
Am Ende eines Wortes oder einer Silbe spricht man b, d, g wie p, t, k. Man schreibt aber trotzdem b, d, g.
| Geschrieben | Gesprochen | Form mit Vokal danach | |---|---|---| | der Hund | «Hunt» | die Hunde | | der Tag | «Tak» | die Tage | | das Kind | «Kint» | die Kinder | | gelb | «gelp» | gelbe | | der Weg | «Wek» | die Wege |
Tipp für die Rechtschreibung: Bilden Sie den Plural oder eine längere Form. Dann hört man den richtigen Buchstaben: *Hund → Hunde*, also mit d.
Der Knacklaut
Ein Wort, das mit einem Vokal beginnt, spricht man mit einem kurzen Stopp im Hals. Man bindet es nicht an das Wort davor, anders als im Französischen: *am Abend* (nicht «a-mabend»), *ein Ei, be-achten, Spiegel-ei*.
4. Wortakzent und Satzmelodie
Der Wortakzent
In jedem deutschen Wort mit mehr als einer Silbe ist eine Silbe betont: Man spricht sie lauter, länger und etwas höher. Ein falscher Akzent macht ein Wort oft schwer verständlich. In dieser Lektion schreiben wir die betonte Silbe in Großbuchstaben: *VA-ter*.
Regel 1: Deutsche Wörter sind auf der ersten Silbe (der Stammsilbe) betont
*VA-ter, MUT-ter, AR-beit, AR-bei-ten, SPRA-che, DEUTSCH-land, FENS-ter, WICH-tig, WOH-nung, LE-sen*
Regel 2: Untrennbare Vorsilben sind nie betont
Die Vorsilben be-, ge-, er-, ver-, zer-, ent-, emp- tragen keinen Akzent. Betont ist der Stamm danach:
*be-KOM-men, ver-STE-hen, er-ZÄH-len, ent-DE-cken, emp-FEH-len, Be-SUCH, Ver-KEHR, Er-FIN-dung, Ge-SPRÄCH, ge-MACHT*
Regel 3: Trennbare Vorsilben sind betont
*AN-ru-fen, AUF-ste-hen, EIN-kau-fen, MIT-kom-men, AB-fah-ren, AUS-ge-hen*; auch im Partizip: *AN-ge-ru-fen, EIN-ge-kauft*.
Manchmal unterscheidet der Akzent zwei Verben: *ü-ber-SET-zen* heißt «in eine andere Sprache bringen» (*Übersetzen Sie den Satz ins Arabische!*), *Ü-ber-set-zen* heißt «mit einem Boot ans andere Ufer fahren».
Regel 4: Viele Fremdwörter und die Wörter auf -ei sind am Ende betont
| Endung | Beispiele | |---|---| | -ieren | stu-DIE-ren, te-le-fo-NIE-ren, dis-ku-TIE-ren, re-pa-RIE-ren | | -ion | In-for-ma-TION, Na-TION, Re-li-GION | | -tät | U-ni-ver-si-TÄT, Qua-li-TÄT | | -ie | Bi-o-lo-GIE, E-ner-GIE, In-dus-TRIE | | -ur | Na-TUR, Kul-TUR, A-bi-TUR | | -ent, -ist | Stu-DENT, Prä-si-DENT, Jour-na-LIST | | -ei | Po-li-ZEI, Bä-cke-REI, Tür-KEI |
Achtung: *Familie* und *Ferien* sind Ausnahmen: *Fa-MI-lie, FE-ri-en*.
Regel 5: In Komposita ist das erste Wort betont
*HAUPT-stadt, BAHN-hof, UM-welt-schutz, KÜHL-schrank, HAUS-auf-ga-be, DEUTSCH-leh-rer*
Die Suffixe -ung, -heit, -keit, -schaft, -lich, -bar, -los sind nie betont: *WOH-nung, FREI-heit, FREUND-schaft, FREUND-lich*. Bei Abkürzungen ist der letzte Buchstabe betont (siehe Teil 1): *ZDF, LKW, EU*.
Der Satzakzent
Im Satz betont man das Wort mit der wichtigsten oder neuen Information:
- *Ich wohne in ORAN.* (Antwort auf: Wo wohnst du?)
- *ICH wohne in Oran.* (nicht mein Bruder)
- *Ich WOHNE in Oran.* (ich bin nicht nur zu Besuch dort)
Die Satzmelodie
| Satzart | Melodie am Ende | Beispiel | |---|---|---| | Aussagesatz | fällt ↘ | *Ich lerne Deutsch.* ↘ | | W-Frage | fällt meistens ↘ | *Woher kommst du?* ↘ | | Ja/Nein-Frage | steigt ↗ | *Kommst du aus Algier?* ↗ | | Aufforderung | fällt ↘ | *Lesen Sie den Text!* ↘ | | Rückfrage | steigt ↗ | *Wie bitte? Wann kommst du?* ↗ | | Satz vor einem Komma | bleibt gleich oder steigt leicht → | *Wenn ich Zeit habe,* → *lerne ich Deutsch.* ↘ |
Merke: Bei einer W-Frage zeigt schon das Fragewort, dass es eine Frage ist; deshalb fällt die Melodie. Bei einer Ja/Nein-Frage zeigen nur das Verb am Anfang und die steigende Melodie, dass man fragt.
5. Rechtschreibung: Großschreibung, ss oder ß, Umlaute und Komma
Die Großschreibung
Im Deutschen schreibt man mit einem großen Anfangsbuchstaben:
- **alle Nomen**, auch mitten im Satz: *der Tisch, die Umwelt, das Abitur, die Freiheit, die Zeitung*;
- das **erste Wort** eines Satzes: *Heute lerne ich Deutsch.*;
- **Eigennamen**: *Algerien, Berlin, der Rhein, Goethe*;
- die **Höflichkeitsform** Sie, Ihr, Ihnen: *Wie heißen Sie? Ist das Ihr Buch?* Aber: *Heute kommt sie nicht.* (sie = eine Frau);
- **Verben und Adjektive als Nomen**, oft nach einem Artikel oder nach beim, zum, etwas, nichts, alles: *das Lesen, beim Essen, zum Lernen, etwas Neues, nichts Besonderes, alles Gute*;
- **Sprachen als Nomen**: *Ich lerne Deutsch. Sie spricht gut Arabisch. Wie heißt das auf Französisch?* Aber als Adjektiv klein: *die deutsche Sprache, ein algerischer Schriftsteller*;
- **Tageszeiten** nach heute, gestern, morgen: *heute Abend, gestern Nachmittag*. Aber Adverbien mit -s schreibt man klein: *abends, montags*.
Klein schreibt man Verben, Adjektive, Pronomen (außer der Höflichkeitsform), Artikel, Präpositionen und Konjunktionen.
| Falsch | Richtig | Regel | |---|---|---| | die schule ist gross. | Die Schule ist groß. | Satzanfang, Nomen, ß | | Ich lerne deutsch. | Ich lerne Deutsch. | Sprache als Nomen | | Haben sie Zeit, Herr Saidi? | Haben Sie Zeit, Herr Saidi? | Höflichkeitsform | | Das lesen macht Spaß. | Das Lesen macht Spaß. | Verb als Nomen | | Er ist ein Deutscher Lehrer. | Er ist ein deutscher Lehrer. | Adjektiv |
ss oder ß?
Seit der Rechtschreibreform (1996, überarbeitet 2006) gilt für das stimmlose s eine einfache Regel:
- nach einem **langen Vokal** oder einem **Doppellaut** schreibt man **ß**: *Straße, groß, Fuß, Grüße, heißen, weiß, draußen, fließen*;
- nach einem **kurzen Vokal** schreibt man **ss**: *Fluss, Wasser, essen, Klasse, besser, muss, dass, wissen*.
In einer Wortfamilie kann die Schreibung deshalb wechseln:
| Verb | mit ß (lang) | mit ss (kurz) | |---|---|---| | fließen | es fließt | es floss, der Fluss | | essen | er aß | wir essen, gegessen | | wissen | ich weiß | wir wissen, ich wusste | | schließen | er schließt | er schloss, geschlossen |
Achtung:
- Hört man in einer längeren Form ein stimmhaftes s, schreibt man nur ein s: *das Haus* (die Häuser), *das Glas* (die Gläser). Auch einige kurze Wörter haben nur ein s: *das, es, was, bis, der Bus*.
- In alten Büchern findet man noch *daß, muß, Fluß*. Heute schreibt man *dass, muss, Fluss*.
- In der Schweiz und in Liechtenstein schreibt man kein ß, sondern immer ss.
- In Großbuchstaben schreibt man meistens SS (*STRASSE*); seit 2017 ist auch das große ẞ erlaubt.
das oder dass?
- **das** ist ein Artikel oder ein Pronomen. Man kann es durch *dieses* oder *welches* ersetzen: *Das Buch, das ich lese, ist spannend.*
- **dass** ist eine Konjunktion. Sie leitet einen Nebensatz ein, das Verb steht am Ende: *Ich hoffe, dass ich das Abitur bestehe.*
ae, oe, ue: wenn die Tastatur keine Umlaute hat
Ohne deutsche Tastatur schreibt man ae für ä, oe für ö, ue für ü und ss für ß: *Muenchen, Koeln, Gruesse, Strasse*. Das ist nur ein Notbehelf, zum Beispiel in einer E-Mail-Adresse. In der Prüfung schreibt man immer ä, ö, ü, ß; die Punkte der Umlaute muss man deutlich schreiben, denn sonst ändert sich die Bedeutung: *schon / schön, zahlen / zählen, Mutter / Mütter*. In manchen Namen bleibt die alte Schreibung: *Goethe* spricht man «Göte».
Das Komma: die wichtigsten Regeln
- Einen **Nebensatz** (mit dass, weil, wenn, als, obwohl, damit, ob oder ein Relativsatz) trennt man immer durch ein Komma vom Hauptsatz:
- *Ich lerne Deutsch, weil ich in Deutschland studieren möchte.*
- *Weil es regnet, bleiben wir zu Hause.*
- *Der Mann, der dort steht, ist mein Lehrer.*
- Vor **aber, sondern, denn** steht ein Komma: *Er ist klein, aber stark. Das ist kein Roman, sondern ein Gedicht.*
- In einer **Aufzählung** trennt das Komma die Teile, aber vor **und** und **oder** steht kein Komma: *Wir lernen Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch.*
- Vor **um … zu, ohne … zu, statt … zu** steht ein Komma: *Ich lerne jeden Tag, um das Abitur zu bestehen.*
- Im Brief steht nach der **Anrede** ein Komma; danach schreibt man klein weiter, wenn kein Nomen folgt: *Liebe Anna,* (neue Zeile) *vielen Dank für deinen Brief.*
Kein Komma steht vor *als* und *wie* in einem Vergleich ohne Verb: *Algerien ist größer als Deutschland.*
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