Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I

الأزمنة في الألمانية: الماضي البسيط والماضي التام والماضي الأسبق والمستقبل (Präteritum وPerfekt وPlusquamperfekt وFutur I). يتعلّم التلميذ اختيار haben أو sein، واستعمال nachdem، والإجابة خطوة بخطوة عن سؤال البكالوريا «Setzen Sie ins Präteritum / ins Perfekt».

يتكوّن الدرس من 6 أجزاء: 1. Präteritum und Perfekt: Gebrauch und Stammformen، 2. Das Perfekt mit haben، 3. Das Perfekt mit sein، 4. Das Plusquamperfekt und nachdem، 5. Das Futur I، 6. BAC-Aufgabe: Umformen und Erzählen in der Vergangenheit.

1. Präteritum und Perfekt: Gebrauch und Stammformen

Zwei Zeitformen für die Vergangenheit

Im Deutschen erzählt man Vergangenes vor allem mit zwei Zeitformen: dem Präteritum und dem Perfekt. Beide haben dieselbe Bedeutung. Der Unterschied liegt im Stil: Das Präteritum ist die Zeitform der geschriebenen Sprache, das Perfekt die Zeitform der gesprochenen Sprache.

| Zeitform | Wo benutzt man sie? | Beispiel | |---|---|---| | Präteritum | Biografien, Berichte, Zeitungsartikel, Märchen, fast alle BAC-Texte | *Goethe studierte in Leipzig.* | | Perfekt | Gespräche, private Briefe, E-Mails, Interviews | *Ich habe gestern einen Film gesehen.* |

Ausnahme: sein, haben und die Modalverben stehen auch im Gespräch meistens im Präteritum: *Ich war krank. Wir hatten keine Zeit. Er musste arbeiten.*

Die drei Stammformen

Wer ein Verb in die Vergangenheit setzen will, braucht drei Formen: Infinitiv – Präteritum – Partizip II (mit dem Hilfsverb). Man lernt sie immer zusammen, wie eine Kette: *schreiben – schrieb – hat geschrieben*.

Drei Verbgruppen

  • **Schwache (regelmäßige) Verben:** Stamm + **-te**, Partizip II ge- … -t: *machen – machte – hat gemacht*. Endet der Stamm auf -t oder -d, kommt ein -e- dazu: *arbeiten – arbeitete – hat gearbeitet*, *gründen – gründete – hat gegründet*.
  • **Starke (unregelmäßige) Verben:** Der Vokal ändert sich, es gibt **kein -te**, das Partizip II endet meistens auf -en: *finden – fand – hat gefunden*.
  • **Gemischte Verben:** Vokalwechsel **und** -te: *bringen – brachte – hat gebracht*, *denken – dachte – hat gedacht*, *kennen – kannte – hat gekannt*, *wissen – wusste – hat gewusst*.

Die Personalendungen im Präteritum

| Person | schwach: leben | stark: kommen | sein | haben | |---|---|---|---|---| | ich | lebte | kam | war | hatte | | du | lebtest | kamst | warst | hattest | | er/sie/es | lebte | kam | war | hatte | | wir | lebten | kamen | waren | hatten | | ihr | lebtet | kamt | wart | hattet | | sie/Sie | lebten | kamen | waren | hatten |

Wichtig: Die ich-Form und die er-Form sind gleich und haben keine Endung -t: *ich kam, er kam; ich lebte, er lebte*.

Stammformen aus BAC-Texten

| Infinitiv | Präteritum | Perfekt | |---|---|---| | sein | war | ist gewesen | | haben | hatte | hat gehabt | | werden | wurde | ist geworden | | kommen | kam | ist gekommen | | gehen | ging | ist gegangen | | fahren | fuhr | ist gefahren | | bleiben | blieb | ist geblieben | | sterben | starb | ist gestorben | | wachsen | wuchs | ist gewachsen | | entstehen | entstand | ist entstanden | | geschehen | geschah | ist geschehen | | steigen | stieg | ist gestiegen | | schreiben | schrieb | hat geschrieben | | lesen | las | hat gelesen | | geben | gab | hat gegeben | | nehmen | nahm | hat genommen | | teilnehmen | nahm teil | hat teilgenommen | | finden | fand | hat gefunden | | erfinden | erfand | hat erfunden | | beginnen | begann | hat begonnen | | bekommen | bekam | hat bekommen | | erhalten | erhielt | hat erhalten | | verlassen | verließ | hat verlassen | | gewinnen | gewann | hat gewonnen | | sprechen | sprach | hat gesprochen | | helfen | half | hat geholfen | | verstehen | verstand | hat verstanden | | bringen | brachte | hat gebracht | | denken | dachte | hat gedacht | | kennen | kannte | hat gekannt | | wissen | wusste | hat gewusst | | studieren | studierte | hat studiert | | ausführen | führte aus | hat ausgeführt | | veröffentlichen | veröffentlichte | hat veröffentlicht |

Achtung

  • *er kamt* ist falsch, richtig ist **er kam**; *er machtet* ist falsch, richtig ist **er machte**.
  • *Die Forscher arbeitete* ist falsch: Das Subjekt steht im Plural, also **arbeiteten**.
  • Starke und gemischte Verben werden nicht schwach: *er denkte, er gehte, er schreibte* gibt es nicht.
  • *wachsen – wuchs* (größer werden), aber *waschen – wusch* (sauber machen): nicht verwechseln.
  • Das Präteritum von **werden** ist **wurde**, nicht *wird* (Präsens) und nicht *würde* (Konjunktiv II).

2. Das Perfekt mit haben

So bildet man das Perfekt

Das Perfekt hat zwei Teile: das Hilfsverb haben (oder sein) im Präsens auf Position 2 und das Partizip II am Satzende. Zusammen bilden sie eine Satzklammer. Alle anderen Satzteile stehen dazwischen.

| Position 1 | Position 2: Hilfsverb | Mittelfeld | Satzende: Partizip II | |---|---|---|---| | Ich | habe | gestern einen Brief | geschrieben. | | Die Ingenieure | haben | eine neue Brücke | gebaut. | | Letzte Woche | hat | meine Schwester ihr Zimmer | aufgeräumt. |

Im Nebensatz steht das Hilfsverb ganz am Ende, nach dem Partizip II: *Ich bin froh, weil ich den Brief schon geschrieben habe.*

Das Partizip II

| Verbtyp | Regel | Beispiele | |---|---|---| | schwach | ge- + Stamm + -(e)t | machen → gemacht, arbeiten → gearbeitet | | stark | ge- + Stamm (oft mit Vokalwechsel) + -en | schreiben → geschrieben, finden → gefunden | | gemischt | ge- + Stamm mit Vokalwechsel + -t | bringen → gebracht, denken → gedacht | | trennbar | Präfix + ge + Stamm | aufmachen → aufgemacht, ausführen → ausgeführt, teilnehmen → teilgenommen | | untrennbar: be-, emp-, ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer- | kein ge- | besuchen → besucht, erfinden → erfunden, verlieren → verloren, gehören → gehört | | auf -ieren | kein ge-, Endung -t | studieren → studiert, produzieren → produziert |

Welche Verben bilden das Perfekt mit haben?

Die meisten Verben. Besonders wichtig sind diese Gruppen:

  • **Verben mit Akkusativobjekt** (transitive Verben): *Sie hat einen Roman geschrieben. Wir haben das Museum besucht.*
  • **Alle reflexiven Verben**: *Er hat sich für Musik interessiert. Wir haben uns in den Ferien gut erholt.*
  • **Viele Verben mit Dativ- oder Präpositionalobjekt**: *Ich habe meiner Mutter geholfen. Man hat an die Zukunft gedacht. Das Haus hat meinem Großvater gehört. Wir haben lange auf den Bus gewartet.*
  • **Verben ohne Ortswechsel und ohne Zustandsänderung**, auch wenn sie einen Anfang, ein Ende oder eine Dauer ausdrücken: *Der Unterricht hat um acht Uhr begonnen. Der Film hat zwei Stunden gedauert. Ich habe zehn Jahre in Oran gelebt.*
  • **Die Modalverben**. Allein stehend: *Das habe ich nicht gewollt.* Mit einem Infinitiv steht der **Doppelinfinitiv** am Ende: *Er hat das Auto reparieren müssen.* In einem Text ist das Präteritum einfacher und üblicher: *Er musste das Auto reparieren.*
  • **es gibt**: *Es gibt viele Probleme.* → *Es hat viele Probleme gegeben.*
  • **Verben des Wetters**: *Es hat die ganze Nacht geregnet.*

Weitere Beispiele

  • *Die Schüler haben das Gedicht auswendig gelernt.*
  • *Meine Eltern haben ein neues Auto gekauft.*
  • *Der Präsident hat die Gäste begrüßt.*
  • *Die Firma hat im letzten Jahr mehr Medikamente produziert.*
  • *Wir haben an einem Wettbewerb teilgenommen.*

Achtung

  • *Ich habe gearbeiten* ist falsch: arbeiten ist schwach, also **gearbeitet**.
  • *Er hat gebesucht* ist falsch, richtig ist **besucht**; *sie hat gestudiert* ist falsch, richtig ist **studiert**.
  • *Wir haben geaufgemacht* ist falsch: ge- steht **zwischen** Präfix und Stamm, also **aufgemacht**.
  • Das Partizip II steht **am Ende**: nicht *Ich habe geschrieben einen Brief*, sondern *Ich habe einen Brief geschrieben.*
  • Die Negation steht vor dem Partizip II: *Er hat den Brief nicht geschrieben.*
  • Bei *gewinnen → gewonnen* und *gehören → gehört* ist ge- schon ein Teil des Verbs: Man setzt kein zweites ge- davor.

3. Das Perfekt mit sein

Die Regel

Ein Verb bildet das Perfekt mit sein, wenn es kein Akkusativobjekt hat und eine dieser Bedeutungen ausdrückt:

| Gruppe | Verben | Beispielsatz | |---|---|---| | Ortswechsel (Bewegung von A nach B) | gehen, kommen, fahren, fliegen, laufen, reisen, ankommen, abfahren, aufstehen, aussteigen, zurückkehren, auswandern, umziehen | *Mozart ist mit seinem Vater durch Europa gereist.* | | Zustandsänderung (vorher anders als nachher) | werden, wachsen, sterben, entstehen, aufwachen, einschlafen, verschwinden, aussterben, steigen, sinken, erscheinen | *Viele Tierarten sind ausgestorben.* | | sein und bleiben | sein, bleiben | *Wir sind in den Ferien zu Hause geblieben.* | | Ereignis | passieren, geschehen, gelingen | *Was ist hier passiert?* | | Dativverben mit sein | begegnen, folgen | *Ich bin meinem Lehrer im Supermarkt begegnet.* |

Merksatz: Bewegung, Veränderung, sein und bleiben → sein. Akkusativobjekt oder reflexives Verb → haben.

Viele Beispiele

  • *Die Bevölkerung Algeriens ist seit 1962 stark gewachsen.*
  • *Algerien ist 1962 unabhängig geworden.*
  • *Ben Badis ist 1940 in Constantine gestorben.*
  • *Mohammed Dibs erster Roman ist 1952 erschienen.*
  • *In den Städten sind neue Stadtviertel entstanden.*
  • *Die Preise sind im letzten Jahr gestiegen.*
  • *Ich bin heute um sechs Uhr aufgestanden.*
  • *Die Kinder sind sofort eingeschlafen.*
  • *Es ist mir gelungen, die Aufgabe zu lösen.*
  • *Er ist lange krank gewesen.*

haben oder sein: Es kommt auf die Bedeutung an

Manche Verben bilden das Perfekt mit beiden Hilfsverben. Entscheidend ist, ob es ein Akkusativobjekt gibt:

| mit sein (kein Objekt, Bewegung) | mit haben (mit Akkusativobjekt oder reflexiv) | |---|---| | *Er ist nach Algier gefahren.* | *Er hat das Auto in die Garage gefahren.* | | *Das Flugzeug ist nach Berlin geflogen.* | *Die Pilotin hat das Flugzeug sicher geflogen.* | | *Wir sind in eine neue Wohnung umgezogen.* | *Ich habe mich nach dem Sport umgezogen.* |

Achtung

  • **Reflexive Verben** nehmen immer haben, auch wenn sie eine Veränderung ausdrücken: *Die Welt hat sich verändert. Die Stadt hat sich schnell entwickelt.*
  • **beginnen, anfangen, aufhören** nehmen haben: *Der Unterricht hat um acht Uhr begonnen.*
  • **geboren** in Biografien: Bei verstorbenen Personen sagt man *Goethe wurde 1749 in Frankfurt geboren.* Bei lebenden Personen sagt man *Ich bin 2008 in Blida geboren.*
  • Ein sehr häufiger Fehler: *Die Zahl der Menschen hat schnell gewachsen.* Richtig ist: **Die Zahl der Menschen ist schnell gewachsen.**
  • Auch *hat gestorben, hat geblieben, hat passiert* sind falsch: **ist gestorben, ist geblieben, ist passiert**.
  • **geworden** oder **worden**? *Er ist Arzt geworden* (werden = Vollverb), aber *Das Haus ist gebaut worden* (Passiv). Das Passiv lernen Sie in einer eigenen Lektion.

4. Das Plusquamperfekt und nachdem

Die Form

Plusquamperfekt = hatte oder war (Präteritum des Hilfsverbs) + Partizip II. Die Wahl zwischen haben und sein ist dieselbe wie im Perfekt.

| Person | mit haben: schreiben | mit sein: kommen | |---|---|---| | ich | hatte geschrieben | war gekommen | | du | hattest geschrieben | warst gekommen | | er/sie/es | hatte geschrieben | war gekommen | | wir | hatten geschrieben | waren gekommen | | ihr | hattet geschrieben | wart gekommen | | sie/Sie | hatten geschrieben | waren gekommen |

Wozu braucht man das Plusquamperfekt?

Das Plusquamperfekt ist die Vergangenheit in der Vergangenheit. Wer im Präteritum erzählt, benutzt es für eine Handlung, die noch früher stattgefunden hat.

> früher: Plusquamperfekt → später: Präteritum → jetzt: Präsens

  • *Als wir am Bahnhof ankamen, war der Zug schon abgefahren.* Zuerst fuhr der Zug ab, dann kamen wir an.
  • *Als Mozart 1781 nach Wien zog, hatte er schon viele Werke komponiert.*
  • *Assia Djebar hatte schon mehrere Romane veröffentlicht, bevor sie 2005 in die Académie française gewählt wurde.*
  • *Ich konnte nicht schlafen, weil ich zu viel Kaffee getrunken hatte.*
  • *Die Familie war schon ausgewandert, als der Krieg begann.*

Typische Signalwörter sind schon, bereits, vorher, zuvor.

nachdem: die wichtigste Konjunktion

nachdem leitet einen Nebensatz ein: Das konjugierte Verb steht am Ende. Die Handlung im nachdem-Satz ist früher als die Handlung im Hauptsatz. Deshalb gilt eine feste Zeitenfolge:

| Nebensatz mit nachdem | Hauptsatz | Beispiel | |---|---|---| | Plusquamperfekt | Präteritum | *Nachdem Ben Badis in Tunis studiert hatte, kehrte er nach Algerien zurück.* | | Perfekt | Präsens oder Futur I | *Nachdem ich gefrühstückt habe, gehe ich zur Schule.* |

Wortstellung: Steht der nachdem-Satz zuerst, beginnt der Hauptsatz mit dem Verb (Verb, Komma, Verb): *Nachdem sie angekommen war, rief sie ihre Mutter an.* Steht der Hauptsatz zuerst, sieht der Satz so aus: *Sie rief ihre Mutter an, nachdem sie angekommen war.*

BAC-Aufgabe: zwei Sätze mit nachdem verbinden

*Er beendete sein Studium. Dann arbeitete er als Lehrer.* → *Nachdem er sein Studium beendet hatte, arbeitete er als Lehrer.*

  • Welche Handlung ist **früher**? Dieser Satz bekommt **nachdem**.
  • Diesen Satz ins **Plusquamperfekt** setzen (oder ins Perfekt, wenn der andere Satz im Präsens steht).
  • Das Hilfsverb ans **Ende** des Nebensatzes stellen.
  • «dann» oder «danach» fällt weg, und der Hauptsatz beginnt mit dem Verb.

nachdem, nach oder danach?

  • **nachdem** ist eine Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein: *Nachdem er gegessen hatte, ging er spazieren.*
  • **nach** ist eine Präposition mit Dativ: *Nach dem Essen ging er spazieren.*
  • **danach** ist ein Adverb; steht es auf Position 1, folgt die Inversion: *Er aß. Danach ging er spazieren.*

Achtung

  • *Nachdem er aß, ging er spazieren* ist falsch, denn beide Verben stehen in derselben Zeitform. Richtig: **Nachdem er gegessen hatte, ging er spazieren.**
  • *Er hatte gekommen* ist falsch: kommen ist ein Verb der Bewegung, also **Er war gekommen.**
  • Das Plusquamperfekt braucht immer einen Bezug zu einer anderen Handlung in der Vergangenheit. Für ein einfaches Erlebnis von gestern nimmt man das Perfekt oder das Präteritum.

5. Das Futur I

Die Form

Futur I = werden (konjugiert, Position 2) + Infinitiv am Satzende.

| Person | werden | Beispiel | |---|---|---| | ich | werde | Ich werde Medizin studieren. | | du | wirst | Du wirst das Abitur bestehen. | | er/sie/es | wird | Es wird morgen regnen. | | wir | werden | Wir werden nach Deutschland reisen. | | ihr | werdet | Ihr werdet viel lernen. | | sie/Sie | werden | Sie werden bald ankommen. |

  • Im **Nebensatz** steht werden ganz am Ende: *Ich hoffe, dass ich das Abitur bestehen werde.*
  • **Trennbare Verben** bleiben im Infinitiv zusammen: *Der Zug wird um acht Uhr ankommen.*
  • Die **Negation** steht vor dem Infinitiv: *Wir werden das nicht vergessen.*

Die Bedeutungen des Futur I

| Bedeutung | Beispiel | Signalwörter | |---|---|---| | Vorhersage (Prognose) | *Im Jahr 2050 werden wahrscheinlich mehr Menschen in Städten leben.* | wahrscheinlich, bestimmt, in Zukunft | | Absicht, Plan, Versprechen | *Ich werde dir morgen helfen. Nach dem Abitur werde ich Informatik studieren.* | morgen, nach dem Abitur | | Vermutung über die Gegenwart | *Er antwortet nicht, er wird wohl schlafen.* | wohl, sicher, vielleicht | | energische Aufforderung | *Du wirst jetzt sofort dein Zimmer aufräumen!* | du oder ihr, Ausrufezeichen |

Futur I oder Präsens?

Im Alltag drückt man die Zukunft oft mit dem Präsens und einer Zeitangabe aus: *Morgen fahre ich nach Annaba. Nächstes Jahr beginnt mein Studium.* Das Futur I betont die Vorhersage oder die feste Absicht. In Texten über die Zukunft, zum Beispiel «Wie werden die Menschen im Jahr 3000 leben?», benutzt man das Futur I: *Roboter werden viele Arbeiten übernehmen. Die Menschen werden länger leben.*

Futur I mit Modalverb

Am Satzende stehen zwei Infinitive: zuerst das Vollverb, dann das Modalverb.

  • *In Zukunft wird man viele Krankheiten heilen können.*
  • *Die Schüler werden mehr Deutsch lernen müssen.*

Drei Gesichter von werden

| Funktion | Struktur | Beispiel | |---|---|---| | Vollverb (devenir) | werden + Nomen oder Adjektiv | *Mein Bruder wird Arzt. Es wird kalt.* | | Futur I | werden + Infinitiv | *Mein Bruder wird Medizin studieren.* | | Passiv | werden + Partizip II | *Das Krankenhaus wird gebaut.* |

Achtung

  • **will** ist nicht **werde**: *Ich will* kommt von wollen und bedeutet einen Wunsch. Das englische *I will* heißt auf Deutsch **ich werde**.
  • *du wirdst, du werdst, er werdet* sind falsch, richtig ist **du wirst, er wird**.
  • Der Infinitiv steht am Ende und hat keine Personalendung: nicht *Ich werde gehe*, sondern **Ich werde gehen.**
  • Berufe stehen ohne Artikel: *Ich werde Deutschlehrer.* oder *Ich werde Deutschlehrer werden.* Der Satz *Ich werde ein Deutschlehrer sein* ist unüblich.

6. BAC-Aufgabe: Umformen und Erzählen in der Vergangenheit

Die Aufgabe

Im Teil Grammatik stehen sehr oft zwei Aufgaben: «Setzen Sie ins Präteritum» und «Setzen Sie ins Perfekt». Der Satz steht meistens im Präsens. Man ändert nur das Verb; alle anderen Wörter bleiben, wo sie sind.

Die Methode in fünf Schritten

  • **Verb und Subjekt finden**: Welche Person? Singular oder Plural?
  • **Verbtyp bestimmen**: schwach, stark oder gemischt? Trennbar, untrennbar, auf -ieren, reflexiv, Modalverb, Passiv?
  • **Präteritum bilden**: Form aus der Stammformenliste, Endung nach dem Subjekt. Ein trennbares Präfix bleibt am Satzende.
  • **Perfekt bilden**: haben oder sein? Dann das Partizip II ans Satzende.
  • **Kontrolle**: Hilfsverb auf Position 2, Partizip II am Ende, alle anderen Wörter unverändert.

Musterlösungen

| Präsens | Präteritum | Perfekt | |---|---|---| | Man denkt an die Umwelt. | Man dachte an die Umwelt. | Man hat an die Umwelt gedacht. | | Er kommt nach Algerien. | Er kam nach Algerien. | Er ist nach Algerien gekommen. | | Das Haus gehört meinem Onkel. | Das Haus gehörte meinem Onkel. | Das Haus hat meinem Onkel gehört. | | Man führt Gas aus. | Man führte Gas aus. | Man hat Gas ausgeführt. | | Die Stadt wächst schnell. | Die Stadt wuchs schnell. | Die Stadt ist schnell gewachsen. | | Die Maschinen ersetzen die Arbeiter. | Die Maschinen ersetzten die Arbeiter. | Die Maschinen haben die Arbeiter ersetzt. | | Sie interessiert sich für Kunst. | Sie interessierte sich für Kunst. | Sie hat sich für Kunst interessiert. | | Er muss arbeiten. | Er musste arbeiten. | Er hat arbeiten müssen. | | Die Stadt wird größer. | Die Stadt wurde größer. | Die Stadt ist größer geworden. | | Es gibt viele Fabriken. | Es gab viele Fabriken. | Es hat viele Fabriken gegeben. | | Das Museum wird renoviert. | Das Museum wurde renoviert. | Das Museum ist renoviert worden. |

Fallen

  • **Zwei Verben im Satz**: Beide umformen. *Er steht früh auf und geht zur Schule.* → *Er stand früh auf und ging zur Schule.* → *Er ist früh aufgestanden und zur Schule gegangen.*
  • **Nebensatz**: Das konjugierte Verb bleibt am Ende. *Er bleibt zu Hause, weil er krank ist.* → *Er blieb zu Hause, weil er krank war.* → *Er ist zu Hause geblieben, weil er krank gewesen ist.* Im Alltag sagt man auch *weil er krank war*; in der Prüfung setzt man aber jedes Verb in die verlangte Zeitform.
  • **Plural**: Im Präteritum endet das Verb auf -en: *sie kamen, sie arbeiteten.*
  • **Passiv**: Das Partizip von werden heißt im Passiv **worden**, nicht *geworden*.

Zeitformen beim Erzählen

In einer geschriebenen Erzählung (Biografie, Bericht, Aufsatz über ein Erlebnis) ist das Präteritum die Hauptzeitform. Was vorher geschah, steht im Plusquamperfekt. Die wörtliche Rede gibt die Worte so wieder, wie sie gesprochen wurden, also oft im Präsens oder im Perfekt.

> Am Abend erzählte mir mein Großvater von seiner Jugend. Im Sommer 1962 war er sechzehn Jahre alt und lebte in einem kleinen Dorf in der Kabylei. Am 5. Juli feierte ganz Algerien die Unabhängigkeit. Mein Großvater fuhr mit seinem Vater nach Algier, denn sie wollten das große Fest mit eigenen Augen sehen. Die Straßen waren voller Menschen, überall wehten grün-weiße Fahnen, und die Leute sangen und tanzten. Viele Familien hatten jahrelang auf diesen Tag gewartet. Nachdem sie den ganzen Tag gefeiert hatten, kehrten sie spät in der Nacht in ihr Dorf zurück. Zum Schluss sagte mein Großvater: «Diesen Tag habe ich nie vergessen.»

  • **Präteritum** (Haupthandlung): erzählte, war, lebte, feierte, fuhr, wollten, waren, wehten, sangen, tanzten, kehrten zurück, sagte.
  • **Plusquamperfekt** (noch früher): hatten gewartet, gefeiert hatten.
  • **Perfekt** (wörtliche Rede): habe vergessen.

Erzählen, was jemand erzählt hat

Wenn man berichtet, was eine Person erzählt hat, steht der Hauptsatz im Präteritum. Im dass-Satz steht:

  • das **Präteritum**, wenn die Handlung gleichzeitig war: *Er erzählte, dass er damals in einem Dorf lebte.*
  • das **Plusquamperfekt**, wenn die Handlung früher war: *Er erzählte, dass viele Familien lange auf diesen Tag gewartet hatten.*

Dieselbe Geschichte im Brief

In einem Brief oder einer E-Mail an einen Brieffreund erzählt man im Perfekt; nur sein, haben und die Modalverben bleiben meistens im Präteritum: *Gestern hat mir mein Großvater von seiner Jugend erzählt. Im Sommer 1962 war er sechzehn Jahre alt. Er ist mit seinem Vater nach Algier gefahren, und sie haben den ganzen Tag gefeiert.*

Wichtig: Wechseln Sie die Zeitform nicht ohne Grund. Wer im Präteritum beginnt, erzählt im Präteritum weiter.

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