Modalverben und Imperativ

«الأفعال الصيغية وصيغة الأمر» — يتعلم التلميذ تصريف الأفعال الصيغية في المضارع والماضي ومعانيها، ويتدرّب على تمرين البكالوريا الذي يطلب استبدال عبارة بفعل صيغي مناسب، ثم يتقن هذه الأفعال في Perfekt، وينتهي بصيغة الأمر Imperativ واستعمالها في النصائح والتعليمات.

يتكوّن الدرس من 6 أجزاء: 1. Konjugation der Modalverben im Präsens und Präteritum، 2. Die Sinne der Modalverben، 3. Ersetzen Sie den Ausdruck durch ein Modalverb، 4. Modalverben im Perfekt، 5. Der Imperativ، 6. Anweisungen und Ratschläge: Imperativ, sollen, müssen, sollte.

1. Konjugation der Modalverben im Präsens und Präteritum

Was sind Modalverben?

Modalverben verändern die Bedeutung eines anderen Verbs. Sie sagen nicht, was jemand tut, sondern wie man zu der Handlung steht: Kann man sie tun? Darf man sie tun? Muss man sie tun? Will man sie tun?

  • *Ich lerne Deutsch.* – eine einfache Information
  • *Ich muss Deutsch lernen.* – eine Notwendigkeit
  • *Ich will Deutsch lernen.* – eine Absicht
  • *Ich kann Deutsch lernen.* – eine Fähigkeit oder eine Möglichkeit

Im Deutschen gibt es sechs Modalverben: können, müssen, dürfen, sollen, wollen und mögen. Dazu kommt die sehr häufige Form möchte. Sie ist eigentlich eine Form von mögen (Konjunktiv II), aber man benutzt sie heute wie ein eigenes Verb für höfliche Wünsche.

Die Satzklammer

Das Modalverb wird konjugiert und steht im Aussagesatz auf Position 2. Das zweite Verb steht als Infinitiv ohne zu ganz am Ende. Modalverb und Infinitiv bilden zusammen eine Klammer um den Satz.

| Position 1 | Position 2: Modalverb | Mittelfeld | Ende: Infinitiv | |---|---|---|---| | Ich | muss | heute meine Hausaufgaben | machen. | | Morgen | will | meine Schwester einen Kuchen | backen. | | Wir | können | leider nicht | kommen. | | In der Klasse | darf | man nicht | essen. |

  • In der W-Frage steht das Modalverb auch auf Position 2: *Wann musst du morgen aufstehen?*
  • In der Ja/Nein-Frage steht es auf Position 1: *Kannst du mir bitte helfen?*
  • Im **Nebensatz** steht das Modalverb ganz am Ende, hinter dem Infinitiv: *Ich bleibe zu Hause, weil ich lernen muss.* – *Ich weiß, dass du gut Deutsch sprechen kannst.*
  • **Trennbare Verben** bleiben im Infinitiv zusammen: *Ich muss morgen früh aufstehen.* – *Du sollst das Licht ausmachen.*

Manchmal fehlt der Infinitiv, weil die Bedeutung klar ist: *Ich kann gut Deutsch.* (= Deutsch sprechen) – *Ich muss jetzt nach Hause.* (= gehen) – *Ich mag Musik.*

Das Präsens

| Person | können | müssen | dürfen | sollen | wollen | mögen | möchte | |---|---|---|---|---|---|---|---| | ich | kann | muss | darf | soll | will | mag | möchte | | du | kannst | musst | darfst | sollst | willst | magst | möchtest | | er / sie / es | kann | muss | darf | soll | will | mag | möchte | | wir | können | müssen | dürfen | sollen | wollen | mögen | möchten | | ihr | könnt | müsst | dürft | sollt | wollt | mögt | möchtet | | sie / Sie | können | müssen | dürfen | sollen | wollen | mögen | möchten |

Merke

  • **ich** und **er/sie/es** haben dieselbe Form und **keine Endung**: *ich kann – er kann*, *ich will – sie will*. Falsch sind *er kannt* oder *sie willt*.
  • Im Singular ändert sich der Vokal (außer bei sollen): können → kann, müssen → muss, dürfen → darf, wollen → will, mögen → mag. Im Plural steht wieder der Vokal des Infinitivs: *wir können, ihr dürft, sie müssen*.
  • *muss*, *musst* und *müsst* schreibt man mit **ss**.
  • *möchte* hat bei ich und er/sie/es ebenfalls keine Endung: *ich möchte, er möchte* (nicht: *er möchtet*).

Beispiele

  • *Meine Schwester kann sehr gut zeichnen.*
  • *Musst du heute noch arbeiten?*
  • *In der Prüfung dürfen wir kein Wörterbuch benutzen.*
  • *Ihr sollt die Übung bis Montag machen.*
  • *Die Schüler wollen im Frühling einen Ausflug nach Constantine machen.*
  • *Magst du Pfefferminztee?*
  • *Ich möchte nach dem Abitur Informatik studieren.*

Das Präteritum

Im Präteritum bekommen die Modalverben das Zeichen -te- wie die regelmäßigen Verben. Ganz wichtig: Der Umlaut fällt weg. Bei mögen wird außerdem g zu ch: mögen → mochte.

| Person | können | müssen | dürfen | sollen | wollen | mögen | |---|---|---|---|---|---|---| | ich | konnte | musste | durfte | sollte | wollte | mochte | | du | konntest | musstest | durftest | solltest | wolltest | mochtest | | er / sie / es | konnte | musste | durfte | sollte | wollte | mochte | | wir | konnten | mussten | durften | sollten | wollten | mochten | | ihr | konntet | musstet | durftet | solltet | wolltet | mochtet | | sie / Sie | konnten | mussten | durften | sollten | wollten | mochten |

möchte hat kein eigenes Präteritum. Man benutzt dafür wollte: *Heute möchte ich ins Kino gehen.* → *Gestern wollte ich ins Kino gehen.*

Beispiele

  • *Früher konnten nur wenige Menschen lesen und schreiben.*
  • *Gestern musste ich eine Stunde auf den Bus warten.*
  • *Als Kinder durften wir abends nicht lange fernsehen.*
  • *Mein Großvater wollte Lehrer werden.*
  • *Wir sollten den Text zu Hause lesen.*
  • *Als Kind mochte ich kein Gemüse.*

Achtung – typische Fehler

  • Nach einem Modalverb steht **kein zu**: falsch *Ich muss zu lernen.* – richtig *Ich muss lernen.*
  • Das zweite Verb steht im **Infinitiv**: falsch *Er kann gut schwimmt.* – richtig *Er kann gut schwimmen.*
  • Keine Endung bei er/sie/es: falsch *Sie kannt.* – richtig *Sie kann.*
  • Im Nebensatz steht das Modalverb am Ende: falsch *…, weil ich muss lernen.* – richtig *…, weil ich lernen muss.*
  • *konnte* ist nicht *könnte*, *musste* ist nicht *müsste*: Die Formen mit Umlaut sind Konjunktiv II und haben eine andere Bedeutung.
  • Es gibt keine Form *möchtete*: Die Vergangenheit von möchte ist *wollte*.
  • Falscher Freund aus dem Englischen: *Ich will reisen* bedeutet «Ich habe die Absicht, eine Reise zu machen». Es ist **kein Futur**.

2. Die Sinne der Modalverben

Jedes Modalverb hat eine eigene Bedeutung

Im Abitur muss man nicht nur die Formen kennen, sondern vor allem die Bedeutung (den Sinn) jedes Modalverbs. Nur so kann man einen Ausdruck durch das passende Modalverb ersetzen.

können

  • **Fähigkeit** – man kann etwas, weil man es gelernt hat oder die Kraft dazu hat: *Meine Schwester kann drei Sprachen sprechen.* – *Ein Baby kann noch nicht laufen.*
  • **Möglichkeit** – etwas ist möglich: *In Algier kann man mit der Metro fahren.* – *Mit dem Internet kann man schnell Informationen finden.*
  • **Erlaubnis** – in der Umgangssprache: *Du kannst jetzt nach Hause gehen.* – *Kann ich das Fenster öffnen?* (Höflicher ist: *Darf ich …?*)

dürfen

  • **Erlaubnis** oder **Recht**: *Nach dem Unterricht dürfen die Schüler den Computerraum benutzen.* – *Darf ich eine Frage stellen?*
  • **Verbot** – mit einer Verneinung, meistens **nicht** oder **kein**: *Im Krankenhaus darf man nicht rauchen.* – *Man darf keinen Müll in den Fluss werfen.*

müssen

  • **Notwendigkeit** oder **Zwang** – es gibt keine andere Wahl: *Ich muss jeden Tag um sechs Uhr aufstehen.* – *Pflanzen müssen Wasser bekommen.* – *Jeder Autofahrer muss einen Führerschein haben.*
  • **nicht müssen** – etwas ist **nicht nötig**: *Morgen ist Freitag, wir müssen nicht in die Schule gehen.* Das bedeutet dasselbe wie: *Wir brauchen nicht in die Schule zu gehen.*

Achtung: muss nicht oder darf nicht?

| Satz | Bedeutung | |---|---| | *Du musst das nicht machen.* | Es ist nicht nötig. Du kannst es machen, wenn du willst. | | *Du darfst das nicht machen.* | Es ist verboten. |

sollen

  • **Auftrag** oder **Befehl** von einer anderen Person: *Der Lehrer sagt, wir sollen den Text zweimal lesen.* – *Meine Mutter sagt, ich soll Brot kaufen.*
  • **Gebot**, **Pflicht** oder **Regel** (oft moralisch): *Man soll seine Eltern respektieren.* – *Jeder soll die Natur schützen.*
  • **Frage nach dem Willen** einer anderen Person: *Soll ich dir helfen?* – *Was soll ich jetzt tun?*
  • **Rat** – mit der Form **sollte** (Konjunktiv II): *Du solltest mehr Wasser trinken.* – *Man sollte weniger Plastik benutzen.*

wollen

  • **Absicht** oder **Plan**: *Nach dem Abitur will ich Medizin studieren.* – *Die Stadt will einen neuen Park bauen.*
  • **starker Wunsch**, **Wille**: *Das Kind will nicht schlafen.* – *Ich will die Wahrheit wissen.*

mögen und möchte

  • **mögen** drückt eine **Vorliebe** aus. Man benutzt es meistens als Vollverb mit einem Nomen: *Ich mag Couscous.* – *Magst du klassische Musik?* – *Mein Vater mag keinen Kaffee.*
  • **möchte** drückt einen **höflichen Wunsch** aus: *Ich möchte ein Glas Wasser, bitte.* – *Möchten Sie Platz nehmen?* – *Wir möchten nächstes Jahr nach Deutschland reisen.*
  • **wollen** oder **möchte**? Beide drücken einen Wunsch aus, aber *wollen* ist direkt und stark, *möchte* ist höflich. Im Geschäft sagt man: *Ich möchte ein Kilo Tomaten.*

Übersicht

| Modalverb | Sinn | Beispiel | |---|---|---| | können | Fähigkeit, Möglichkeit | *Er kann gut kochen.* | | dürfen | Erlaubnis, Recht | *Hier darf man parken.* | | nicht dürfen | Verbot | *Hier darf man nicht parken.* | | müssen | Notwendigkeit, Zwang | *Ich muss zum Arzt gehen.* | | nicht müssen | keine Notwendigkeit | *Du musst nicht warten.* | | sollen | Auftrag, Pflicht, Regel | *Du sollst deine Mutter anrufen.* | | sollte | Rat | *Du solltest früher schlafen.* | | wollen | Absicht, Plan, Wille | *Sie will Ingenieurin werden.* | | mögen | Vorliebe | *Ich mag Fußball.* | | möchte | höflicher Wunsch | *Ich möchte einen Tee.* |

Achtung – typische Fehler

  • *Du musst nicht rauchen* ist **kein Verbot**. Das Verbot heißt: *Du darfst nicht rauchen.*
  • *sollen* bedeutet oft, dass **eine andere Person** etwas will. Wenn ich selbst etwas plane, sage ich *wollen*: *Ich will ein Praktikum machen.*
  • Für einen Rat benutzt man besser *sollte* als *muss*: *Du solltest mehr lesen* klingt freundlich, *Du musst mehr lesen* klingt wie ein Befehl.

3. Ersetzen Sie den Ausdruck durch ein Modalverb

Die häufigste Modalverb-Aufgabe im Abitur

In vielen Abiturprüfungen steht im Teil Grammatik die Aufgabe: «Ersetzen Sie den unterstrichenen Ausdruck durch das passende Modalverb.» Der Satz enthält dann einen Ausdruck mit zu + Infinitiv, zum Beispiel *ist gezwungen, … zu* oder *hat die Absicht, … zu*. Man muss den Sinn erkennen und das Modalverb wählen, das dasselbe bedeutet.

Die Ausdrücke und ihre Modalverben

| Ausdruck | Modalverb | |---|---| | ist gezwungen, … zu | müssen | | ist verpflichtet, … zu | müssen | | es ist notwendig / nötig, … zu | müssen | | hat … zu + Infinitiv (*Ich habe viel zu tun.*) | müssen | | ist in der Lage, … zu | können | | ist fähig, … zu | können | | hat die Möglichkeit, … zu / es ist möglich, … zu | können | | hat die Erlaubnis, … zu / es ist erlaubt, … zu | dürfen | | hat das Recht, … zu | dürfen | | es ist verboten, … zu / es ist nicht erlaubt, … zu | nicht dürfen | | hat den Auftrag / die Aufgabe, … zu | sollen | | man rät ihm, … zu / es ist ratsam, … zu | sollte (oder sollen) | | hat die Absicht, … zu / hat vor, … zu / plant, … zu | wollen | | hat Lust, … zu / hätte gern | möchte | | braucht nicht zu / es ist nicht nötig, … zu | nicht müssen |

Hinweis: *hat die Pflicht, … zu* ersetzt man meistens durch sollen (eine moralische Pflicht); wenn es um einen echten Zwang geht, ist auch müssen richtig.

Die Methode in fünf Schritten

  • **Den Ausdruck finden** und seinen Sinn bestimmen: Zwang, Fähigkeit, Erlaubnis, Verbot, Auftrag, Rat oder Absicht?
  • **Das Subjekt bestimmen.** Bei *es ist verboten / notwendig / möglich, … zu* gibt es keine Person: Dann wird **man** das Subjekt. Steht nach dem Ausdruck ein dass-Satz, wird das Subjekt des dass-Satzes das neue Subjekt.
  • **Zeit und Person behalten:** *ist gezwungen* → *muss*; *war gezwungen* → *musste*; *sind in der Lage* → *können*.
  • **zu streichen** und den Infinitiv ans Ende stellen. Bei trennbaren Verben fällt das zu in der Mitte weg: *aufzuräumen* → *aufräumen*.
  • **Das Komma streichen:** Aus zwei Satzteilen wird ein einziger Hauptsatz.

Beispiele mit Lösung

  • *Der Bauer ist gezwungen, seine Felder jeden Tag zu bewässern.* → *Der Bauer muss seine Felder jeden Tag bewässern.*
  • *Die Kinder sind verpflichtet, ihr Zimmer aufzuräumen.* → *Die Kinder müssen ihr Zimmer aufräumen.*
  • *Die Jugendlichen sind in der Lage, das Problem selbst zu lösen.* → *Die Jugendlichen können das Problem selbst lösen.*
  • *Es ist verboten, in diesem See zu baden.* → *Man darf in diesem See nicht baden.*
  • *Meine Eltern haben die Absicht, im Sommer nach Tlemcen zu fahren.* → *Meine Eltern wollen im Sommer nach Tlemcen fahren.*
  • *Es ist notwendig, dass wir weniger Wasser verbrauchen.* → *Wir müssen weniger Wasser verbrauchen.*
  • *Der Arzt rät dem Patienten, mehr Sport zu treiben.* → *Der Patient sollte mehr Sport treiben.*
  • *Die Schüler hatten die Erlaubnis, das Museum kostenlos zu besuchen.* → *Die Schüler durften das Museum kostenlos besuchen.*
  • *Die Fabrik war verpflichtet, ihr Abwasser zu reinigen.* → *Die Fabrik musste ihr Abwasser reinigen.*
  • *Ihr braucht morgen nicht früh aufzustehen.* → *Ihr müsst morgen nicht früh aufstehen.*

Achtung – typische Fehler

  • Das **zu** bleibt stehen: falsch *Man darf in diesem See nicht zu baden.*
  • Die **Zeit** geht verloren: falsch *Die Fabrik war verpflichtet …* → *Die Fabrik muss …* Richtig ist *musste*, denn der Ausdruck steht im Präteritum.
  • **es** bleibt Subjekt: falsch *Es darf nicht in diesem See baden.* Richtig ist *Man darf …*
  • **verboten** wird zu *muss nicht*: falsch! *muss nicht* bedeutet «nicht nötig». Ein Verbot ist immer **darf nicht**.
  • **hat die Absicht** wird zu *soll*: falsch! Wer selbst etwas plant, **will** es tun. *sollen* bedeutet, dass ein anderer es verlangt.
  • Das Modalverb steht **nur einmal** im Satz: falsch *Die Jugendlichen können das Problem selbst lösen können.*

4. Modalverben im Perfekt

Zwei Fälle

Im Perfekt muss man bei den Modalverben zwei Fälle unterscheiden:

  • Das Modalverb steht **mit einem zweiten Verb**: *Ich musste arbeiten.* Dann bildet man das Perfekt mit dem **Doppelinfinitiv**.
  • Das Modalverb steht **allein**, als Vollverb: *Ich mochte Fisch nicht.* Dann bildet man das Perfekt mit dem **Partizip II**: *gemocht*.

Der Doppelinfinitiv

Regel: haben (konjugiert) + … + Infinitiv des Vollverbs + Infinitiv des Modalverbs

Das Modalverb steht also nicht im Partizip II, sondern im Infinitiv, ganz am Ende des Satzes. Zwei Infinitive stehen nebeneinander, deshalb heißt die Form «Doppelinfinitiv».

| Präsens | Präteritum | Perfekt | |---|---|---| | Ich muss arbeiten. | Ich musste arbeiten. | Ich habe arbeiten müssen. | | Er kann nicht kommen. | Er konnte nicht kommen. | Er hat nicht kommen können. | | Wir dürfen hier parken. | Wir durften hier parken. | Wir haben hier parken dürfen. | | Sie will helfen. | Sie wollte helfen. | Sie hat helfen wollen. | | Ihr sollt den Text lesen. | Ihr solltet den Text lesen. | Ihr habt den Text lesen sollen. |

Wichtige Regeln

  • Das Hilfsverb ist **immer haben**, auch wenn das Vollverb sonst mit sein steht: *Ich bin nach Hause gegangen.* Aber: *Ich habe nach Hause gehen müssen.*
  • Trennbare Verben stehen ganz normal im Infinitiv: *Wir haben sehr früh aufstehen müssen.*
  • Das Plusquamperfekt bildet man genauso mit **hatte**: *Er hatte lange warten müssen.*

Beispiele

  • *Die Menschen haben die Wälder besser schützen müssen.*
  • *Der Schüler hat die Frage nicht beantworten können.*
  • *Wegen der Verschmutzung hat man das Wasser nicht trinken dürfen.*
  • *Mein Großvater hat Ingenieur werden wollen.*
  • *Wir haben eine Stunde auf den Zug warten müssen.*

Das Modalverb als Vollverb: das Partizip II

Wenn kein zweites Verb im Satz steht, bildet man das Partizip II wie bei regelmäßigen Verben, aber ohne Umlaut (bei mögen wird außerdem g zu ch):

| Infinitiv | Partizip II | Beispiel | |---|---|---| | können | gekonnt | *Er hat das Gedicht auswendig gekonnt.* | | wollen | gewollt | *Das habe ich nicht gewollt.* | | mögen | gemocht | *Meine Schwester hat Fisch nie gemocht.* | | dürfen | gedurft | *Das hat er nicht gedurft.* | | müssen | gemusst | *Er hatte keine Lust, aber er hat es gemusst.* | | sollen | gesollt | (sehr selten) |

Vergleich: *Er hat es gekonnt.* (kein zweites Verb) – *Er hat es machen können.* (mit zweitem Verb)

Ein Sonderfall: der Nebensatz

Im Nebensatz steht das konjugierte haben vor dem Doppelinfinitiv, nicht am Ende: *Ich weiß, dass er gestern hat arbeiten müssen.* Diese Form ist schwierig. Im Nebensatz benutzt man deshalb meistens das Präteritum: *Ich weiß, dass er gestern arbeiten musste.*

Die Abituraufgabe «Setzen Sie ins Perfekt»

  • Das Modalverb finden und die Person bestimmen.
  • **haben** in derselben Person konjugieren und auf Position 2 stellen.
  • Den Infinitiv des Vollverbs ans Ende stellen, danach den **Infinitiv des Modalverbs**.
  • *Die Fabriken sollen weniger Abgase produzieren.* → *Die Fabriken haben weniger Abgase produzieren sollen.*
  • *Man darf das Wasser nicht trinken.* → *Man hat das Wasser nicht trinken dürfen.*
  • *Er wollte Pilot werden.* → *Er hat Pilot werden wollen.*

Tipp: In geschriebenen Texten und Biografien benutzt man bei Modalverben fast immer das Präteritum (*Er musste arbeiten.*). Wenn die Aufgabe aber «ins Perfekt» verlangt, braucht man den Doppelinfinitiv.

Achtung – typische Fehler

  • falsch *Er hat arbeiten gemusst.* – richtig *Er hat arbeiten müssen.*
  • falsch *Ich bin nach Hause fahren müssen.* – richtig *Ich habe nach Hause fahren müssen.*
  • falsch *Er hat müssen arbeiten.* – richtig *Er hat arbeiten müssen.* (Im Hauptsatz steht das Modalverb ganz am Ende.)
  • falsch *Sie hat Mathematik nie mögen.* – richtig *Sie hat Mathematik nie gemocht.* (kein zweites Verb)

5. Der Imperativ

Wozu braucht man den Imperativ?

Mit dem Imperativ (Befehlsform) fordert man jemanden auf, etwas zu tun. Man benutzt ihn für Bitten, Befehle, Ratschläge und Anweisungen: im Unterricht, in Kochrezepten, auf Plakaten und in Aufrufen zum Umweltschutz.

  • *Komm bitte her!* – eine Bitte
  • *Öffnet eure Bücher!* – eine Anweisung des Lehrers
  • *Nehmen Sie bitte Platz!* – eine höfliche Aufforderung

Die drei Formen

Der Imperativ hat drei Hauptformen, je nachdem, mit wem man spricht. Dazu kommt eine Form für Vorschläge mit wir.

| Infinitiv | du | ihr | Sie | wir (Vorschlag) | |---|---|---|---|---| | kommen | Komm! | Kommt! | Kommen Sie! | Kommen wir! | | machen | Mach! | Macht! | Machen Sie! | Machen wir! | | schreiben | Schreib! | Schreibt! | Schreiben Sie! | Schreiben wir! | | trinken | Trink! | Trinkt! | Trinken Sie! | Trinken wir! |

So bildet man die Formen

  • **du:** Man nimmt die du-Form des Präsens, streicht **-st** und das Pronomen du: *du kommst* → *Komm!* Oft kann man ein **-e** anhängen: *Komm!* oder *Komme!* Im modernen Deutsch ist die Form ohne -e häufiger.
  • **ihr:** Man nimmt die ihr-Form des Präsens **ohne** das Pronomen: *ihr kommt* → *Kommt!*
  • **Sie:** Das Verb steht am Anfang, das Pronomen **Sie bleibt**: *Kommen Sie!*
  • **wir:** wie die Sie-Form, aber mit wir: *Gehen wir!* – *Fangen wir an!*

Verben mit e → i oder e → ie

Diese Verben behalten den Vokalwechsel in der du-Form und bekommen kein -e:

| Infinitiv | du | ihr | Sie | |---|---|---|---| | geben | Gib! | Gebt! | Geben Sie! | | nehmen | Nimm! | Nehmt! | Nehmen Sie! | | sprechen | Sprich! | Sprecht! | Sprechen Sie! | | helfen | Hilf! | Helft! | Helfen Sie! | | essen | Iss! | Esst! | Essen Sie! | | vergessen | Vergiss! | Vergesst! | Vergessen Sie! | | lesen | Lies! | Lest! | Lesen Sie! | | sehen | Sieh! | Seht! | Sehen Sie! |

Verben mit a → ä: kein Umlaut

Verben, die im Präsens a → ä (oder au → äu) ändern, haben im Imperativ keinen Umlaut: *du fährst*, aber *Fahr langsam!* – *du schläfst*, aber *Schlaf gut!* – *du läufst*, aber *Lauf schnell!*

Verben mit -e in der du-Form

Wenn der Stamm auf -t, -d oder auf -chn, -ffn, -gn, -tm endet, braucht die du-Form ein -e: *Warte!* – *Arbeite!* – *Antworte!* – *Öffne!* – *Rechne!* – *Atme!* Verben auf -eln verlieren meist ein e: *sammeln* → *Sammle!*

sein, haben, werden

| Infinitiv | du | ihr | Sie | wir | |---|---|---|---|---| | sein | Sei! | Seid! | Seien Sie! | Seien wir! | | haben | Hab! / Habe! | Habt! | Haben Sie! | Haben wir! | | werden | Werde! | Werdet! | Werden Sie! | Werden wir! |

  • *Sei bitte pünktlich!* – *Seid leise, die Kinder schlafen!* – *Seien Sie vorsichtig!*
  • *Hab keine Angst!* – *Habt Geduld!*
  • *Werde bald gesund!*

Trennbare und reflexive Verben

Bei trennbaren Verben steht das Präfix am Ende: *aufstehen* → *Steh auf!* / *Steht auf!* / *Stehen Sie auf!* – *anrufen* → *Ruf mich heute Abend an!* – *mitkommen* → *Kommt doch mit!* – *ausmachen* → *Mach bitte das Licht aus!*

Bei reflexiven Verben steht das Reflexivpronomen nach dem Verb: *sich beeilen* → *Beeil dich!* / *Beeilt euch!* / *Beeilen Sie sich!* – *sich setzen* → *Setz dich!* / *Setzt euch!* / *Setzen Sie sich!*

Verneinung und kleine Wörter

  • Verneinung mit **nicht** oder **kein**: *Sei nicht traurig!* – *Vergiss deine Hausaufgaben nicht!* – *Wirf das Papier nicht auf den Boden!* – *Mach keinen Lärm!*
  • **bitte** macht die Aufforderung höflich: *Hilf mir bitte!*
  • **doch** und **mal** machen sie freundlicher: *Komm doch mal vorbei!*
  • Am Ende steht meistens ein **Ausrufezeichen**.

Achtung – typische Fehler

  • falsch *Gibst mir das Buch!* – richtig *Gib mir das Buch!* (ohne -st)
  • falsch *Du komm her!* – richtig *Komm her!* (ohne du; nur Sie bleibt)
  • falsch *Gebe mir das Heft!* – richtig *Gib mir das Heft!* (e → i, kein -e)
  • falsch *Fähr langsam!* – richtig *Fahr langsam!* (kein Umlaut)
  • falsch *Bist ruhig!* – richtig *Sei ruhig!*
  • falsch *Seid Sie bitte ruhig!* – richtig *Seien Sie bitte ruhig!*
  • falsch *Aufsteh!* – richtig *Steh auf!* (das Präfix steht am Ende)
  • falsch *Arbeit mehr!* – richtig *Arbeite mehr!* (Stamm auf -t)

6. Anweisungen und Ratschläge: Imperativ, sollen, müssen, sollte

Viele Wege, um jemanden zum Handeln aufzufordern

Wenn man jemanden auffordern oder beraten will, hat man im Deutschen mehrere Möglichkeiten. Sie sind nicht gleich stark und passen nicht in jede Situation.

| Form | Beispiel | Wirkung | |---|---|---| | Imperativ | *Trenn den Müll!* | direkt, unter Freunden | | Imperativ mit bitte | *Trenn bitte den Müll!* | höflicher | | Sie-Imperativ | *Trennen Sie bitte den Müll!* | formell, höflich | | müssen | *Du musst den Müll trennen.* | stark: Notwendigkeit, Zwang | | sollen | *Du sollst den Müll trennen.* | Auftrag, Regel | | sollte | *Du solltest den Müll trennen.* | freundlicher Rat | | man + Modalverb | *Man sollte den Müll trennen.* | allgemein, für alle | | Infinitiv | *Müll trennen!* – *Nicht rauchen!* | Schilder, Anleitungen | | Konjunktiv II als Frage | *Könntest du bitte den Müll trennen?* | sehr höflich |

Im Aufsatz: man und die Modalverben

Im Abitur schreibt man oft einen Aufsatz wie «Was können wir tun, damit die Umwelt sauber bleibt?». Hier passt der Imperativ meistens nicht, denn man spricht nicht zu einer bestimmten Person. Besser sind allgemeine Sätze:

  • *Man sollte öfter mit dem Bus oder mit dem Fahrrad fahren.*
  • *Jeder kann im Alltag Wasser und Strom sparen.*
  • *Wir müssen unsere Wälder vor Bränden schützen.*
  • *Die Fabriken dürfen ihr Abwasser nicht in die Flüsse leiten.*
  • *Der Staat soll mehr Geld in erneuerbare Energien investieren.*

Der Imperativ passt dagegen in einen Brief an einen Brieffreund, in ein Plakat oder in einen Aufruf: *Komm doch im Sommer nach Algerien!* – *Spart Wasser!*

Imperativ und Modalverb umformen

Einen Imperativ kann man mit sollen wiedergeben und umgekehrt:

  • *Ihr sollt das Licht ausmachen.* → *Macht das Licht aus!*
  • *Du sollst mehr lesen.* → *Lies mehr!*
  • *Sie sollen hier nicht parken.* → *Parken Sie hier nicht!*

Den Imperativ in der indirekten Rede wiedergeben

Wenn man erzählt, was eine andere Person befohlen oder geraten hat, benutzt man sollen:

  • *Der Lehrer sagt: «Lest den Text zu Hause!»* → *Der Lehrer sagt, wir sollen den Text zu Hause lesen.*
  • *Meine Mutter sagt zu mir: «Komm früh nach Hause!»* → *Meine Mutter sagt, ich soll früh nach Hause kommen.*
  • *Der Arzt sagt zu Herrn Ali: «Rauchen Sie nicht mehr!»* → *Der Arzt sagt, Herr Ali soll nicht mehr rauchen.*

Achtung: Die Person ändert sich wie in jeder indirekten Rede (ihr → wir, du → ich, Sie → Herr Ali). In der geschriebenen Sprache findet man auch die Form *solle* (Konjunktiv I): *Der Arzt sagt, er solle nicht mehr rauchen.*

Mustertext: Ein Aufruf des Umweltclubs

> Liebe Schülerinnen und Schüler, > > unsere Schule soll sauberer werden, und dafür brauchen wir euch alle! Werft euer Papier nicht auf den Boden, sondern benutzt die Mülleimer. Im Schulhof stehen jetzt drei Behälter: für Papier, für Plastik und für den Restmüll. Trennt bitte den Müll! Wasser ist in Algerien sehr wertvoll. Deshalb dürft ihr das Wasser nicht laufen lassen. Macht das Licht aus, wenn ihr das Klassenzimmer verlasst. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen kann, sollte das tun. Ihr müsst nicht viel tun, denn kleine Schritte reichen schon. Bringt eure eigene Flasche mit und kauft weniger Plastik. Seid ein Vorbild für eure Familien! Zusammen können wir viel erreichen. > > Euer Umweltclub

Aufgaben

  • Suchen Sie alle Imperative im Text. Welche Form ist es?
  • Suchen Sie die Modalverben und bestimmen Sie ihren Sinn.
  • Formen Sie den Satz *Trennt bitte den Müll!* um: (a) mit sollen, (b) in die Sie-Form.
  • Schreiben Sie zwei Tipps zum Energiesparen zu Hause: einen mit sollte, einen im Imperativ (du).

Lösung

  • Alle Imperative stehen in der **ihr-Form**, denn der Club spricht zu vielen Schülern: *Werft*, *benutzt*, *Trennt*, *Macht … aus*, *Bringt … mit*, *kauft*, *Seid*.
  • *soll … werden* – ein Ziel, das andere festgelegt haben; *dürft … nicht* – Verbot; *kommen kann* – Möglichkeit; *sollte* – Rat; *müsst nicht* – keine Notwendigkeit; *können … erreichen* – Möglichkeit.
  • (a) *Ihr sollt den Müll trennen.* (b) *Trennen Sie bitte den Müll!*
  • Zum Beispiel: *Man sollte die Geräte ganz ausschalten.* – *Mach das Licht aus, wenn du das Zimmer verlässt!*

Achtung – typische Fehler

  • Im Aufsatz ständig den Imperativ benutzen: Für allgemeine Forderungen sind *man sollte*, *wir müssen* oder *jeder kann* besser.
  • Die Person in der indirekten Rede nicht ändern: falsch *Der Lehrer sagt, ihr sollt den Text lesen*, wenn ich es meinem Vater erzähle. Richtig: *…, wir sollen den Text lesen.*
  • *sollen* und *sollte* verwechseln: *Du sollst* ist ein Auftrag, *Du solltest* ist ein Rat.
  • Im Infinitiv-Befehl kein zu: falsch *Nicht zu rauchen!* – richtig *Nicht rauchen!*

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