Der Konjunktiv II

يشرح هذا الدرس صيغة Konjunktiv II «صيغة التمني والشرط غير الواقعي»: تكوينها بـwürde مع المصدر وبالصيغ الخاصة مثل wäre وhätte وkönnte، واستعمالها في الطلب المهذّب والنصيحة والتمني والشرط غير الواقعي ومع als ob، ثم صيغتها في الماضي، مع مدخل موجز إلى الكلام المنقول (indirekte Rede).

يتكوّن الدرس من 6 أجزاء: 1. Die würde-Form: würde + Infinitiv، 2. Die Formen: wäre, hätte, könnte, käme …، 3. Höfliche Bitten, Ratschläge und irreale Wünsche، 4. Irreale Bedingungen und Vergleiche mit als ob، 5. Der Konjunktiv II der Vergangenheit، 6. Die indirekte Rede: Konjunktiv I in Kürze.

1. Die würde-Form: würde + Infinitiv

Was ist der Konjunktiv II?

Mit dem Indikativ beschreibt man die Wirklichkeit: *Ich habe keine Zeit. Es regnet.* Mit dem Konjunktiv II spricht man über Dinge, die nicht wirklich sind: Wünsche, Träume, Vorstellungen und Bedingungen, die man nicht erfüllen kann. Außerdem macht der Konjunktiv II eine Bitte höflicher.

  • Wirklichkeit: *Ich habe keine Zeit.*
  • Vorstellung: *Ich würde gern mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.*
  • Höflichkeit: *Würden Sie bitte langsamer sprechen?*

Die einfachste Form des Konjunktivs II ist die würde-Form: würde + Infinitiv. Man kann sie mit fast jedem Verb bilden.

Die Formen von „würde“

| Person | werden im Konjunktiv II | Beispiel | |---|---|---| | ich | würde | Ich würde gern reisen. | | du | würdest | Würdest du mir helfen? | | er / sie / es | würde | Sie würde gern Ärztin werden. | | wir | würden | Wir würden lieber draußen spielen. | | ihr | würdet | Würdet ihr mitkommen? | | sie / Sie | würden | Würden Sie bitte warten? |

Die Form würde ist der Konjunktiv II von werden. Man bildet sie aus dem Präteritum wurde mit einem Umlaut.

Der Satzbau: die Satzklammer

Im Hauptsatz steht würde an Position 2, der Infinitiv steht am Ende:

  • *Ich würde am Wochenende gern meine Großeltern besuchen.*
  • *Meine Schwester würde lieber in einer großen Stadt wohnen.*

In der Ja/Nein-Frage steht würde an Position 1, in der W-Frage nach dem Fragewort:

  • *Würdest du mir dein Wörterbuch leihen?*
  • *Was würden Sie an meiner Stelle machen?*

Im Nebensatz steht würde ganz am Ende, nach dem Infinitiv:

  • *Ich glaube, dass mein Bruder gern mitkommen würde.*

Trennbare Verben bleiben im Infinitiv zusammen: *Ich würde dich heute Abend gern anrufen.*

Wofür benutzt man die würde-Form?

| Gebrauch | Beispiel | |---|---| | höfliche Bitte | Würden Sie bitte das Fenster schließen? | | Wunsch (oft mit gern) | Ich würde gern in Deutschland studieren. | | Vorliebe (mit lieber) | Ich würde lieber Tee trinken als Kaffee. | | Rat | An deiner Stelle würde ich früher schlafen gehen. | | Meinung, Vorstellung | Ich würde sagen, dass das Handy sehr nützlich ist. | | Folge einer irrealen Bedingung | Wenn ich Zeit hätte, würde ich mehr lesen. |

Im BAC findet man diese Form manchmal in den Themen zum Schreiben, zum Beispiel: *Was würden Sie wählen: das Fernsehen oder ein Buch?* Dann antwortet man ebenfalls mit dem Konjunktiv II: *Ich würde ein Buch wählen, weil ich beim Lesen meine Fantasie benutze.*

Wörterliste (Deutsch – Französisch)

  • der Wunsch – le souhait
  • die Bitte – la demande
  • der Rat – le conseil
  • die Bedingung – la condition
  • höflich – poli
  • irreal – irréel

Achtung: typische Fehler

  • falsch: *Ich würde gehen gern ins Kino.* → richtig: *Ich würde gern ins Kino gehen.* (Infinitiv am Ende)
  • falsch: *Ich würde gern zu reisen.* → richtig: *Ich würde gern reisen.* (kein „zu“ nach würde)
  • falsch: *Du würdet mir helfen.* → richtig: *Du würdest mir helfen.*
  • falsch: *…, dass er würde mitkommen.* → richtig: *…, dass er mitkommen würde.*
  • **wurde** oder **würde**? *Er wurde Arzt.* (Präteritum: Das ist wirklich passiert.) *Er würde gern Arzt werden.* (Konjunktiv II: ein Wunsch). Der Umlaut ändert die ganze Bedeutung!

2. Die Formen: wäre, hätte, könnte, käme …

Eigene Formen des Konjunktivs II

Nicht jedes Verb braucht die würde-Form. Die wichtigsten Verben haben eine eigene Form. Man bildet sie in drei Schritten:

  • Man nimmt den **Präteritumstamm**: war, hatte, konnte, kam …
  • Man setzt einen **Umlaut** auf a, o oder u: war → wär-, hatte → hätt-, konnte → könnt-, kam → käm-.
  • Man hängt die **Endungen** an: **-e, -est, -e, -en, -et, -en**.

sein, haben und werden

| Person | sein | haben | werden | |---|---|---|---| | ich | wäre | hätte | würde | | du | wär(e)st | hättest | würdest | | er / sie / es | wäre | hätte | würde | | wir | wären | hätten | würden | | ihr | wär(e)t | hättet | würdet | | sie / Sie | wären | hätten | würden |

  • *Ich wäre jetzt gern am Meer.*
  • *Hättest du morgen Nachmittag Zeit?*
  • *Es wäre schön, wenn ihr uns besuchen würdet.*

Für sein und haben benutzt man fast nie die würde-Form. Man sagt also „Ich wäre froh“ und nicht „Ich würde froh sein“.

Die Modalverben

| Infinitiv | Präteritum | Konjunktiv II | Beispiel | |---|---|---|---| | können | konnte | könnte | Ich könnte dir morgen helfen. | | müssen | musste | müsste | Du müsstest mehr schlafen. | | dürfen | durfte | dürfte | Dürfte ich kurz telefonieren? | | mögen | mochte | möchte | Ich möchte ein Glas Wasser. | | sollen | sollte | sollte | Du solltest zum Arzt gehen. | | wollen | wollte | wollte | Wenn er wirklich wollte, könnte er es schaffen. |

Achtung: sollen und wollen bekommen keinen Umlaut. Ihr Konjunktiv II sieht genauso aus wie das Präteritum; erst der Kontext zeigt die Bedeutung. Die bekannte Form möchte ist eigentlich der Konjunktiv II von mögen.

Häufige unregelmäßige Verben

| Infinitiv | Präteritum | Konjunktiv II (er/sie/es) | |---|---|---| | kommen | kam | käme | | gehen | ging | ginge | | geben | gab | gäbe | | wissen | wusste | wüsste | | bleiben | blieb | bliebe | | finden | fand | fände | | lassen | ließ | ließe | | tun | tat | täte |

  • *Wenn es mehr Arbeitsplätze gäbe, wären viele Jugendliche zufriedener.*
  • *Ich wüsste gern, wann der Zug ankommt.*
  • *Das fände ich eine gute Idee.*
  • *Wenn er früher käme, könnten wir zusammen essen.*
  • *Es wäre schön, wenn es dir bald besser ginge.*

Eigene Form oder würde-Form?

| Verben | Im heutigen Deutsch | |---|---| | sein, haben, Modalverben | fast immer die eigene Form: wäre, hätte, könnte | | häufige unregelmäßige Verben: kommen, gehen, geben, wissen, finden | eigene Form oder würde-Form | | regelmäßige und die meisten anderen Verben | meistens würde + Infinitiv |

Bei regelmäßigen Verben ist der Konjunktiv II identisch mit dem Präteritum: Den Satz *Wenn ich ein Auto kaufte …* kann man nicht vom Präteritum unterscheiden. Deshalb sagt man: *Wenn ich ein Auto kaufen würde …* Auch bei manchen unregelmäßigen Verben klingt die eigene Form alt oder missverständlich, zum Beispiel fahren → führe (wie das Verb „führen“). Man sagt besser: *Ich würde gern nach München fahren.*

Achtung: typische Fehler

  • Den Umlaut nicht vergessen: *hatte* (Präteritum) – *hätte* (Konjunktiv II); *war* – *wäre*; *konnte* – *könnte*; *musste* – *müsste*.
  • nicht gut: *Ich würde froh sein.* → besser: *Ich wäre froh.*
  • falsch: *Wenn es mehr Parks gibt, wäre die Stadt schöner.* → richtig: *Wenn es mehr Parks gäbe, wäre die Stadt schöner.* (beide Teile im Konjunktiv II)
  • falsch: *er kämt, er hättet* → richtig: *er käme, er hätte* (die Endung bei er/sie/es ist -e).
  • *möchte* (Konjunktiv II, ein Wunsch) ist nicht *mochte* (Präteritum): *Als Kind mochte ich keine Milch.*

3. Höfliche Bitten, Ratschläge und irreale Wünsche

Höfliche Bitten

Ein Imperativ klingt oft zu direkt. Mit dem Konjunktiv II wird eine Bitte höflich. Vergleiche:

| direkt | höflich | sehr höflich | |---|---|---| | Gib mir das Salz! | Kannst du mir das Salz geben? | Könntest du mir bitte das Salz geben? | | Helfen Sie mir! | Können Sie mir helfen? | Würden Sie mir bitte helfen? | | Ich will einen Tee. | Ich möchte einen Tee. | Ich hätte gern einen Tee. |

Weitere höfliche Formeln:

  • *Könnten Sie das bitte wiederholen?*
  • *Dürfte ich Sie etwas fragen?*
  • *Hätten Sie einen Moment Zeit?*
  • *Wäre es möglich, den Termin zu verschieben?*
  • *Wären Sie so freundlich, mir den Weg zum Bahnhof zu zeigen?*

Im Geschäft oder im Café sagt man: *Ich hätte gern zwei Kilo Tomaten.* oder *Ich möchte einen Orangensaft, bitte.*

Ratschläge und Vorschläge

| Form | Beispiel | |---|---| | sollte + Infinitiv | Du solltest mehr Wasser trinken. | | An deiner Stelle würde ich … | An deiner Stelle würde ich mit dem Lehrer sprechen. | | Wenn ich du wäre, würde ich … | Wenn ich du wäre, würde ich früher anfangen. | | Es wäre besser, … | Es wäre besser, jeden Tag ein bisschen zu lernen. | | könnte + Infinitiv (Vorschlag) | Wir könnten am Freitag ins Museum gehen. | | müsste + Infinitiv (Kritik, Forderung) | Man müsste mehr für die Umwelt tun. |

Im Aufsatz über die Umwelt sind solche Sätze sehr nützlich:

  • *Wir sollten weniger Plastiktüten benutzen.*
  • *Die Städte müssten mehr Bäume pflanzen.*
  • *Jeder könnte öfter zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.*

sollst oder solltest? Der Satz „Du sollst pünktlich sein“ ist ein Auftrag oder eine Regel. Der Satz „Du solltest pünktlich sein“ ist ein freundlicher Rat.

Irreale Wünsche

Ein irrealer Wunsch beschreibt etwas, das jetzt nicht so ist. Man kann ihn auf drei Arten ausdrücken:

| Wirklichkeit | mit wenn … doch / nur | ohne wenn (Verb zuerst) | mit „Ich wünschte, …“ | |---|---|---|---| | Ich bin nicht in Berlin. | Wenn ich doch in Berlin wäre! | Wäre ich doch in Berlin! | Ich wünschte, ich wäre in Berlin. | | Er kann nicht schwimmen. | Wenn er nur schwimmen könnte! | Könnte er nur schwimmen! | Ich wünschte, er könnte schwimmen. | | Ich habe kein Fahrrad. | Wenn ich doch ein Fahrrad hätte! | Hätte ich doch ein Fahrrad! | Ich wünschte, ich hätte ein Fahrrad. | | Es ist so heiß. | Wenn es nur nicht so heiß wäre! | Wäre es nur nicht so heiß! | Ich wünschte, es wäre nicht so heiß. |

Die Regeln:

  • Im Satz mit **wenn** steht das Verb **am Ende**.
  • Ohne **wenn** steht das Verb **am Anfang**.
  • Bei diesen beiden Formen gehören die Wörter **doch** oder **nur** dazu, am Ende steht ein **Ausrufezeichen**.
  • Nach **Ich wünschte** kommen ein Komma und ein Hauptsatz mit dem Verb an Position 2.
  • Positiv und negativ tauschen die Plätze: *Ich habe kein Fahrrad.* → *Wenn ich doch ein Fahrrad hätte!*

Ein realer Wunsch (das ist möglich) klingt anders: *Ich möchte nächstes Jahr in Algier studieren.* oder *Ich würde gern Deutsch studieren.*

Achtung: typische Fehler

  • falsch: *Wenn ich doch ein Fahrrad habe!* → richtig: *Wenn ich doch ein Fahrrad hätte!*
  • falsch: *Wenn ich doch hätte ein Fahrrad!* → richtig: *Wenn ich doch ein Fahrrad hätte!*
  • falsch: *Ich wünschte, ich habe mehr Zeit.* → richtig: *Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit.*
  • nicht gut: *Ich würde gern einen Tee haben.* → besser: *Ich hätte gern einen Tee.*

4. Irreale Bedingungen und Vergleiche mit als ob

Real oder irreal?

Eine reale Bedingung ist möglich. Sie steht im Indikativ:

  • *Wenn ich morgen Zeit habe, besuche ich dich.* (Vielleicht habe ich Zeit.)

Eine irreale Bedingung ist nicht wirklich. Sie steht im Konjunktiv II:

  • *Wenn ich Zeit hätte, würde ich dich besuchen.* (Wirklichkeit: Ich habe keine Zeit.)

Der Bauplan

| Teil | Verbstellung | Verbform | |---|---|---| | wenn-Satz (Nebensatz) | Verb am Ende | wäre, hätte, könnte, gäbe, käme … oder würde + Infinitiv | | Hauptsatz | Verb direkt nach dem Komma, wenn der wenn-Satz vorne steht | würde + Infinitiv oder wäre, hätte, könnte … |

Der wenn-Satz kann vorne oder hinten stehen:

  • *Wenn ich Geld hätte, würde ich eine Reise machen.*
  • *Ich würde eine Reise machen, wenn ich Geld hätte.*
  • Ohne wenn (Verb zuerst): *Hätte ich Geld, würde ich eine Reise machen.*

Weitere Beispiele:

  • *Wenn es weniger Autos gäbe, wäre die Luft in den Städten sauberer.*
  • *Wenn ich in Deutschland wohnen würde, könnte ich jeden Tag Deutsch sprechen.*
  • *Wenn die Menschen mehr Fahrrad fahren würden, gäbe es weniger Abgase.*
  • *Was würdest du tun, wenn du Präsident wärst?*

BAC: „Bilden Sie einen irrealen Konditionalsatz“

Oft bekommt man zwei Sätze, die die Wirklichkeit beschreiben. So geht man vor:

  • Man liest die Wirklichkeit genau.
  • Man tauscht positiv und negativ: *kein* → *ein* (oder ohne Artikel), *nicht* fällt weg, ein positiver Satz bekommt *nicht* oder *kein*.
  • Man bildet den wenn-Satz im Konjunktiv II, das Verb steht am Ende.
  • Man bildet den Hauptsatz im Konjunktiv II, das Verb steht direkt nach dem Komma (der ganze wenn-Satz ist Position 1).

| Wirklichkeit | irrealer Konditionalsatz | |---|---| | Ich habe kein Geld. Ich kaufe keinen Computer. | Wenn ich Geld hätte, würde ich einen Computer kaufen. | | Er ist krank. Er kann nicht zur Schule gehen. | Wenn er nicht krank wäre, könnte er zur Schule gehen. | | Die Flüsse sind verschmutzt. Die Fische sterben. | Wenn die Flüsse nicht verschmutzt wären, würden die Fische nicht sterben. | | Es gibt nicht genug Arbeitsplätze. Viele Jugendliche sind arbeitslos. | Wenn es genug Arbeitsplätze gäbe, wären nicht so viele Jugendliche arbeitslos. |

Irreale Vergleiche mit als ob und als

Mit als ob vergleicht man mit etwas, das nicht wirklich ist. Nach als ob steht das Verb am Ende. Man kann auch nur als sagen; dann steht das Verb direkt nach als.

| mit als ob (Verb am Ende) | mit als (Verb direkt nach als) | |---|---| | Er tut so, als ob er alles wüsste. | Er tut so, als wüsste er alles. | | Sie sieht aus, als ob sie müde wäre. | Sie sieht aus, als wäre sie müde. | | Du redest, als ob du der Chef wärst. | Du redest, als wärst du der Chef. | | Es sieht aus, als ob es gleich regnen würde. | Es sieht aus, als würde es gleich regnen. |

In der Umgangssprache hört man nach als ob manchmal den Indikativ. In der Schriftsprache und im BAC benutzt man den Konjunktiv II.

Achtung: typische Fehler

  • falsch: *Wenn ich Geld hätte, ich würde eine Reise machen.* → richtig: *…, würde ich eine Reise machen.*
  • falsch: *Wenn ich hätte Geld, …* → richtig: *Wenn ich Geld hätte, …*
  • falsch: *Wenn ich Zeit habe, würde ich dich besuchen.* → Beide Teile gehören zusammen: real (*habe … besuche*) oder irreal (*hätte … würde besuchen*).
  • falsch: *Er tut so, als er alles wüsste.* → richtig: *Er tut so, als wüsste er alles.* oder *…, als ob er alles wüsste.*

5. Der Konjunktiv II der Vergangenheit

Die Bildung: hätte oder wäre + Partizip II

Der Konjunktiv II der Vergangenheit beschreibt etwas, das in der Vergangenheit nicht passiert ist. Man bildet ihn wie das Perfekt, aber mit hätte oder wäre statt *hat* oder *ist*. Die Wahl zwischen haben und sein ist dieselbe wie im Perfekt.

| Perfekt (Wirklichkeit) | Konjunktiv II der Vergangenheit | |---|---| | Ich habe gelernt. | Ich hätte gelernt. | | Er ist gekommen. | Er wäre gekommen. | | Wir sind zu Hause geblieben. | Wir wären zu Hause geblieben. | | Sie hat den Zug verpasst. | Sie hätte den Zug verpasst. |

| Person | mit haben | mit sein | |---|---|---| | ich | hätte … gemacht | wäre … gefahren | | du | hättest … gemacht | wär(e)st … gefahren | | er / sie / es | hätte … gemacht | wäre … gefahren | | wir | hätten … gemacht | wären … gefahren | | ihr | hättet … gemacht | wär(e)t … gefahren | | sie / Sie | hätten … gemacht | wären … gefahren |

Der Gebrauch

1. Irreale Bedingungen in der Vergangenheit

  • *Wenn ich mehr gelernt hätte, hätte ich die Prüfung bestanden.* (Wirklichkeit: Ich habe nicht genug gelernt und die Prüfung nicht bestanden.)
  • *Wenn wir früher losgefahren wären, hätten wir den Zug nicht verpasst.*
  • *Hätte ich das gewusst, wäre ich zu Hause geblieben.*
  • Gemischt (Vergangenheit und Gegenwart): *Wenn ich gestern früher geschlafen hätte, wäre ich heute nicht so müde.*

2. Irreale Wünsche in der Vergangenheit (Bedauern)

  • *Wenn ich doch mehr gelernt hätte!*
  • *Hätte ich nur auf meine Mutter gehört!*
  • *Ich wünschte, ich wäre mitgefahren.*

3. Irreale Vergleiche

  • *Er tut so, als ob er nichts gehört hätte.*
  • *Sie spricht so gut Deutsch, als wäre sie in Berlin aufgewachsen.*

Mit Modalverben: hätte + Infinitiv + Modalverb

Mit einem Modalverb benutzt man immer hätte und am Ende zwei Infinitive (den Doppelinfinitiv):

| Satz | Bedeutung | |---|---| | Du hättest früher kommen sollen. | Das wäre richtig gewesen, aber du bist spät gekommen. | | Er hätte mehr lernen müssen. | Das war nötig, aber er hat es nicht getan. | | Wir hätten das Problem lösen können. | Es war möglich, aber wir haben es nicht gelöst. | | Ihr hättet nicht so laut sprechen dürfen. | Es war nicht erlaubt, aber ihr habt es getan. |

Vergleiche: *Er musste arbeiten.* (Präteritum: Er hat wirklich gearbeitet.) – *Er hätte arbeiten müssen.* (Er hat nicht gearbeitet.)

Im Nebensatz steht hätte vor den beiden Infinitiven: *Ich weiß, dass ich mehr hätte lernen müssen.*

Im Aufsatz: Bedauern und Kritik

  • *Man hätte die Umwelt viel früher schützen sollen.*
  • *Die Fabriken hätten ihre Abfälle nicht in die Flüsse leiten dürfen.*
  • *Wenn man früher an das Klima gedacht hätte, wären die Probleme heute kleiner.*

Achtung: typische Fehler

  • falsch: *Wenn ich mehr gelernt habe, hätte ich …* → richtig: *Wenn ich mehr gelernt hätte, hätte ich …*
  • falsch: *Er hätte gekommen.* → richtig: *Er wäre gekommen.* (kommen bildet das Perfekt mit sein)
  • falsch: *Er hätte kommen gemusst.* → richtig: *Er hätte kommen müssen.*
  • falsch: *Sie wäre früher gehen müssen.* → richtig: *Sie hätte früher gehen müssen.* (mit Modalverb immer hätte)
  • nicht üblich: *Ich würde gelernt haben.* → besser: *Ich hätte gelernt.*

6. Die indirekte Rede: Konjunktiv I in Kürze

Direkte und indirekte Rede

In der direkten Rede gibt man die Worte genau wieder, mit Doppelpunkt und Anführungszeichen. In der indirekten Rede berichtet man, was jemand gesagt hat. In Zeitungen, Nachrichten und im BAC benutzt man dafür den Konjunktiv I.

  • direkt: *Ali sagt: „Ich bin müde.“*
  • indirekt: *Ali sagt, er sei müde.*
  • indirekt mit dass: *Ali sagt, dass er müde sei.*
  • in der Umgangssprache: *Ali sagt, dass er müde ist.*

Der Konjunktiv I: die Formen

Man bildet den Konjunktiv I aus dem Infinitivstamm + -e. Am wichtigsten ist die 3. Person Singular:

| Infinitiv | Indikativ (er/sie/es) | Konjunktiv I (er/sie/es) | |---|---|---| | sein | ist | sei | | haben | hat | habe | | werden | wird | werde | | können | kann | könne | | müssen | muss | müsse | | sollen | soll | solle | | wollen | will | wolle | | kommen | kommt | komme | | fahren | fährt | fahre | | wissen | weiß | wisse | | geben (es gibt) | gibt | gebe |

Das Verb sein ist besonders: ich sei, du sei(e)st, er sei, wir seien, ihr seiet, sie seien.

Wann nimmt man den Konjunktiv II?

Oft ist der Konjunktiv I identisch mit dem Indikativ, vor allem im Plural (*sie haben, sie kommen*). Dann nimmt man den Konjunktiv II, damit man die indirekte Rede erkennt:

  • *Die Schüler sagen: „Wir haben keine Zeit.“* → *Die Schüler sagen, sie hätten keine Zeit.*
  • *Meine Eltern sagen: „Wir kommen morgen.“* → *Meine Eltern sagen, sie würden morgen kommen.*

Was ändert sich in der indirekten Rede?

  • **Pronomen und Possessivartikel**: *Karim sagt: „Ich habe meinen Pass verloren.“* → *Karim sagt, er habe seinen Pass verloren.*
  • **Vergangenheit**: habe/sei + Partizip II. *Sie sagt: „Ich habe das Buch gelesen.“* → *Sie sagt, sie habe das Buch gelesen.* *Er sagt: „Ich war krank.“* → *Er sagt, er sei krank gewesen.*
  • **Ja/Nein-Fragen** mit ob, **W-Fragen** mit dem Fragewort: *Der Lehrer fragt Amina: „Hast du deine Hausaufgaben gemacht?“* → *Der Lehrer fragt Amina, ob sie ihre Hausaufgaben gemacht habe.* *Der Tourist fragt: „Wo ist der Bahnhof?“* → *Der Tourist fragt, wo der Bahnhof sei.*
  • **Imperativ** wird zu **sollen**: *Der Arzt sagt zu Herrn Weber: „Rauchen Sie nicht mehr!“* → *Der Arzt sagt, Herr Weber solle nicht mehr rauchen.*

BAC: „Setzen Sie in die indirekte Rede“

  • *Der Minister sagt: „Die Luft in den Städten muss sauberer werden.“* → *Der Minister sagt, die Luft in den Städten müsse sauberer werden.*
  • Mit Passiv und Modalverb: *Die Experten meinen: „Mit Solarenergie kann viel Strom erzeugt werden.“* → *Die Experten meinen, mit Solarenergie könne viel Strom erzeugt werden.* Oder: *…, dass mit Solarenergie viel Strom erzeugt werden könne.*

Achtung: typische Fehler

  • Kein Doppelpunkt und keine Anführungszeichen mehr, aber ein **Komma** nach dem Einleitungsverb.
  • Ohne dass steht das Verb an Position 2 (*er sei müde*), mit dass am Ende (*dass er müde sei*).
  • Das Pronomen anpassen: ich → er/sie, mein → sein/ihr, wir → sie.
  • falsch: *er seie, er habt, er kann* → richtig: *er sei, er habe, er könne*.

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